Guam ist die größte Insel des Marianen-Archipels im Pazifik. Das zu den USA gehörige Gebiet hat einen eigenen gewählten Gouverneur und eine eigene Legislative. Der Senat der westpazifischen Inselregion forderte die USA nun auf, den Iran wegen seiner Menschenrechtsverletzungen weiterhin unter Druck zu setzen. Eine entsprechende Resolution wurde am 27. April von den Senatorinnen und Senatoren einstimmig verabschiedet, wie der Bahá’í World News Service berichtet. Vierzehn Senatoren stimmten für die Resolution, ein Senator war nicht anwesend und stimmte nicht mit ab.

Die Resolution wurde von Senatssprecherin Judith Won Pat und zwei weiteren Senatoren eingebracht und drängt den US-Kongress und Präsident Obama im Namen der Bevölkerung Guams dazu, “sich weiterhin zu bemühen, die Islamische Republik Iran dazu anzuhalten, ihrer Jugend den Zugang zu Hochschulbildung nicht wegen ihres Glaubens vorzuenthalten.“ Die Resolution zitiert auch die offizielle Regierungspolitik des Iran, wonach sicherzustellen sei, “dass ‚Fortschritt und Entwicklung‘ der Bahá’í blockiert” werden solle. Dies beinhaltet auch die Anweisung, dass Bahá’í “aus Universitäten ausgeschlossen werden müssen.”

Sprecherin Judith Won Pat (Bildmitte) brachte die Iran-Resolution in den Senat des westpazifischen Inselstaates Guam ein. (Foto: BWNS)

„Auch wenn Guam klein und weit enfernt von der Situation in Iran ist, wollen wir der Welt zeigen, dass wir Mitgefühl mit dem Leid und der Verfolgung der Bahá’í haben”, sagte Benjamin J.F. Cruz, Vize-Sprecher des Senats, der die Resolution miteinbrachte. Staatssekretärin Tina Rose Muña Barnes meinte bereits während einer Anhörung am 16. April: “Ich habe mit meinem Namen die Resolution unterzeichnet, weil ich überzeugt bin, dass Bildung und Wissen ein Schlüssel zum Erfolg sind. Und in dem Wissen, dass Jugendlichen diese Chance vorenthalten wird, fragte ich mich, wie ich Stellung beziehen und meine Stimme erheben kann. Wir sollten keine Angst davor haben, uns zu erheben und zu sagen: Ich möchte helfen.”

Die Bahá’í-Religion wurde auf Guam erstmals 1936 erwähnt. Heute leben etwa 200 Bahá’í auf der Insel. “Wir hoffen, dass diese Resolution dazu beitragen wird, das Ende der Verweigerung von Bildung für die iranischen Bahá’í-Jugendlichen zu beschleunigen, damit sie sich frei für ihr Land und die Welt engagieren können”, sagte ein Sprecher der Bahá’í-Gemeinde von Guam.

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“Angels of Iran”

27. April 2012

Das Nachrichtenportal International Business Times zitiert die junge iranisch-amerikanische Journalistin Roxana Saberi, die in einem Video-Kurzfilm über ihre Zeit in iranischer Haft berichtet. In der gezeigten Videoproduktion “Angels of Iran” der Kampagne Education under Fire erzählt Saberi von Mahvash Sabet und Fariba Kamalabadi, die mit ihr in Haft waren. Die beiden waren Mitglieder des inoffiziellen Führungsgremiums der iranischen Bahá’í-Gemeinde, der Yárán, und wurden im Frühjahr 2008 festgenommen und später zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

“Ich glaube, dass die Lektionen, die Mahvash und Fariba mich im Gefängnis gelehrt haben, universell sind. Wir müssen nicht ins Gefängnis gehen. Wir haben unsere eigenen Gefängnisse, unsere eigenen Widrigkeiten. Doch wir können versuchen, diese Widrigkeiten in Chancen zu verwandeln.”

Roxana Saberi wurde im Januar 2009 festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt, weil sie angeblich für die USA spionierte. Über ihre Zeit in Haft und die unerwartete Möglichkeit der Ausreise in ihre Heimat USA schrieb sie ein Buch, das mittlerweile auch in Deutsch unter dem Titel “Hundert Tage: Meine Gefangenschaft im Iran” erschien. Der kurze Film mit Roxana Saberi ist in englischer Sprache:

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Im Rahmen der Aktion „Stolpere nich´- Erinner´dich!“ der religionsübergreifenden Initiative JUGA („Jung, gläubig, aktiv“) setzten junge Juden, Christen, Muslime und Bahá’í am 19. April 2012 gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt und Intoleranz. Mit der Säuberung verschiedener Stolpersteine zeigten sie, dass trotz unterschiedlicher Religionszugehörigkeit ein friedliches Miteinander möglich ist. Zum Auftakt der Aktion fand am Berliner Adenauerplatz eine Kundgebung statt, an der CDU-Innenstaatssekretär Andreas Statzkowski, der evangelische Bischof Dr. Markus Dröge, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, Chalid Durmosch als Vertreter der muslimischen Sehitlik-Moschee sowie Dr. Thomas Floeth vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland ihre Unterstützung zeigten. Dr. Thomas Floeth zitierte in seinem Grußwort Gunter Demning: Die Gedenksteine ließen einen stolpern, und zwar „mit dem Kopf und mit dem Herzen“.

Stolpersteine halten die Erinnerung an die Gräueltaten der Vergangenheit wach, denen soviele unschuldige Menschen willkürlich zum Opfer fielen – Menschen, die aus Sicht der gerade herrschenden Ideologie einfach nur dem „falschen“ Volk angehörten, der „falschen“ Rasse. Oder Menschen, die irgendwie anders waren, so genannt psychisch krank oder auch geistig behindert. Diese besondere Erinnerung ist wichtig, denn sie schärft das Koordinatensystem, mit dem wir unsere Welt wahrnehmen.

Dr. Thomas Flöth ist Mitglied des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í in Deutschland. Foto: Alina Braml

Hinter dem Kürzel JUGA verberge sich eine “unglaublich wirkungsvolle Mischung, nämlich die Kombination von Jugend, Glauben und Aktion.”

Solche Jugendliche gehen uns allen voran in Richtung auf eine bessere Zukunft, sie schlagen Brücken zwischen Menschen und Überzeugungen und helfen der Menschheit, jenen Weg einzuschlagen, der einzig und allein glaubhaft eine hoffnungsvolle Zukunft versprechen kann: Die ganze Menschheit – unabhängig von Religion, Rasse, Nation oder Geschlecht – als eine Einheit anzusehen und vereint auf gleicher Augenhöhe einen Pfad des Dienstes zu beschreiten, auf dem das gemeinsame Wohl Ziel aller Bestrebungen ist. „Die Erde ist nur eine Heimat und alle Menschen ihre Bürger“, sagt Bahá’u'lláh, der Gesandte Gottes, auf dessen Wirken und Lehren die Bahá’í-Religion beruht. “Betrachtet einander nicht als Fremde. Ihr seid die Früchte eines Baumes, die Blätter eines Zweiges.“

Anlass für die Aktion war der Holocaust Gedenktag, Jom haScho’a. Junge Gläubige brachten unter der Schirmherrschaft des Berliner Senators für Inneres und Sport, Frank Henkel, mit Schwämmen und Metallpolitur zahlreiche Stolpersteine vor den Eingangstüren der Häuser in Berlin-Charlottenburg zum Glänzen. Die hatte der Kölner Künstler Gunter Demnig vor einiger Zeit in Erinnerung der Opfer des Nationalsozialismus in die Gehwege eingelassen. Stolpersteine enthalten die Personen- und Schicksalsdaten der vormals in den Häusern lebenden Menschen. Allein in Deutschland gibt es inzwischen mehr als 32.000 dieser Stolpersteine. Gunter Demning wurde hierfür bereits vielmals ausgezeichnet.

 

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5. Mai in Köln und 6. Mai in Berlin: das sind die Termine der deutschen Erstaufführungen des Dokumentarfilms “Iranian Taboo”.  Der rund 80-minütige Dokumentarfilm des Regisseurs Reza Allamehzadeh gibt einen einzigartigen Einblick in die Verfolgung der Bahá’í. Reza Allamehzadeh führte Interviews mit einigen der renommiertesten iranischen Gelehrten, Schriftstellern und Politikern über ein iranisches Tabuthema: die Bahá’í in Iran. Es geht ihm um “die Offenlegung des Tabus, das die Islamische Republik Iran über die iranischen Bahá’í verhängt hat”. Der Regisseur, der in den Niederlanden lebt und wegen seiner kritischen Filmarbeit nicht in den Iran reisen kann, hat den Film unter anderem mit Helfern vor Ort gedreht. Inzwischen wurde der Film in vielen Städten der USA aufgeführt und wird nun in zahlreichen europäischen Städten gezeigt. Der Film ist in der offiziellen Auswahl des Newport Beach Film Festival in Kalifornien, USA.

Reza Allamehzadeh hat den Film in Persisch mit englischen Untertiteln gedreht. Der Regisseur wird bei der Vorführung anwesend sein und nach der Aufführung für Fragen zur Verfügung stehen. Unter http://iran.bahai.de/iranian-taboo/ hat die Bahá’í-Gemeinde Deutschland eine Webseite mit weiteren Angaben für Köln und Berlin veröffentlicht. Dort kann man auch vorab einen Trailer sehen.

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In einer zweistündigen Sendung des Domradios aus Köln unterhält sich Moderatorin Stephanie Gebert mit der Kölner Bahá’í Nuschin Shafizadeh sowie dem Sprecher der Bahá’í-Gemeinde Deutschland, Prof. Dr. Ingo Hofmann, über die “Religion, ihre Grundsätze und den Glaubensalltag”. Dabei kommt auch die Verfolgung der Bahá’í in Iran zur Sprache.

In wenigen Tagen beginnt das „Ridvan-Fest“ – der „Beginn des heiligen Frühlings“ der Bahá’í-Religion. Das Fest erinnert an die erste öffentliche Verkündigung des Religionsgründers Baha’u'llah im Garten Ridvan in der Nähe von Bagdad im Jahre 1863. Mit ihrer rund 150-Jährigen Geschichte ist die Bahá’í- Religion die jüngste der Weltreligionen und zählt heute rund acht Millionen Gläubige rund um den Globus. Zahllose Anhänger werden bis heute im Iran verfolgt und unterdrückt. Darum leben die Bahá’í in vielen Ländern der Welt – so auch in Deutschland.

Wir geben hier die ganze Sendung wieder.

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