Medienberichterstattung

Petition zum Schutz der Bahá’í in Iran

Der Aachener Bundestagstagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) zeigt seine Unterstützung für den im Iran inhaftierten Behrouz Tavakkoli.

Die Webseite des in den Niederlanden beheimateten, persischsprachigen Radioprogramms Zamaneh veröffentlicht einen Bericht über eine Pressekonferenz, die am 3. März in Den Haag abgehalten wurde. Im Mittelpunkt der Pressekonferenz stand eine Petition zum Schutz der Bahá’í im Iran, die bislang von 1.400 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet wurde. An der Veranstaltung nahm auch der Mitinitiator der Petition teil, Professor René Smits von der Universität Amsterdam, Center for Law & Economics. Radio Zamaneh schreibt hierzu [in deutscher Übersetzung]:

Prof. Smits von der Universität Amsterdam [bekannte] in seiner Rede, dass er sehr am Dialog der verschiedenen Religionen und ihrer Freiheit interessiert sei und dass für ihn die Menschenrechte auf diesem Gebiet sehr wichtig seien. Aus diesem Grund habe er sich entschieden, eine Petition zum Schutz der Rechte der Bahá’í und Protest gegen ihre Unterdrückung und ihre Inhaftierung zu verfassen. Er las sodann den Inhalt der Petition vor, die von 1400 Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen Hollands unterschrieben worden ist.

Der ebenfalls am Zustandekommen der Petition beteiligte Rabbiner Avraham Zouten Doorp gab einige Erläuterungen zur Weiterleitung der Petition an Verantwortliche der Islamischen Republik. Er betonte, dass im Zeitalter der Kommunikation der Dialog der Religionen, Traditionen und Glaubensrichtungen neue Wege eröffnen würde.

Ich bin guter Hoffnung und muss sagen, dass es uns gelungen ist, mit der Botschaft der Islamischen Republik Kontakt aufzunehmen, d.h. der Sprecher der Botschaft der Islamischen Republik hat mit uns über die Möglichkeit einer Begegnung gesprochen. Aber es bestand nicht die Möglichkeit, der Botschaft die Petition zu überreichen. So haben wir beschlossen, die Petition über diese Pressekonferenz zu veröffentlichen und sie danach per Post zuzustellen. Dies ist in der diplomatischen Welt durchaus üblich. Wir hoffen, dass die Petition beachtet wird und die Regierungs-Verantwortlichen in Iran erreicht. [deutsche Übersetzung]

Die ehemals im niederländischen diplomatischen Dienst tätige Luce Beynen eröffnete die Pressekonferenz und gab einige Erläuterungen zur Lage der Bahá’í in Iran. Sie war in den Jahren 1999 bis 2004 an der holländischen Botschaft in Teheran mit Menschenrechtsfragen befasst und betonte, dass sie keine Iranistin sei, aber die Menschenrechtssituation in Iran fünf Jahre lang aus der Nähe beobachten konnte und mit entsprechenden Kollegen anderer Botschaft Verbindung hatte.

Im Zusammenhang mit der jüngsten Vorkommnisse wurden neben Tausenden politischer Häftlinge auch 60 Bahá’í verhaftet. Es ist vor allem die Frage, warum ihre Führer seit 2008 im Gefängnis sitzen. Diese iranischen Bürger, die keinerlei Rechte besitzen, haben eigentlich kein Existenzrecht. Die offizielle Politik Irans zielt auf die Beseitigung der Bahá’í.

Die Petition kann auf der Website http://www.petitiebahaisiran.nl/ unterschrieben werden. Nach Angaben von Radio Zamaneh werden schon bald Übersetzungen in Englisch, Französisch und Persisch zur Verfügung gestellt.