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Staatsoberhaupt Irlands zu Gast bei der Bahá’í-Gemeinde in Dublin

Der Aachener Bundestagstagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) zeigt seine Unterstützung für den im Iran inhaftierten Behrouz Tavakkoli.

„Sie zeichnen sich als Menschen mit Werten aus. Es lohnt sich, diese Werte zu befolgen, von ihnen zu lernen, sie zu beachten, ihnen nachzueifern. Sie sollten daher keinen Zweifel an dem Nutzen haben, den sie in dieser Welt tagtäglich beisteuern.“ Dies sagte die irische Staatspräsidentin Mary McAleese vor rund sechzig Bahá’í bei ihrem ersten Besuch im nationalen Bahá’í-Zentrum in der irischen Hauptstadt Dublin.

Mary McAleese, seit 1997 Staatsoberhaupt der Republik Irland, hob dabei die Universalität der Bahá’í-Lehren und den gesellschaftlichen Beitrag, den die Mitglieder in der Republik Irland leisten, hervor. „Was ihnen wahrscheinlich nicht bewusst ist und dies gilt sicherlich für viele von Ihnen – ist dass sie in ihrem Leben und durch ihr Leben aussergewöhnliche Botschafter ihres Glaubens sind“, sagte sie abweichend vom Redetext.

Präsidentin McAleese besuchte das Bahá’í-Zentrum am 30. April anlässlich des Ridván-Festes. Beim Ridván-Fest wird die Verkündigung Bahá’u’lláhs im Jahre 1863 gefeiert. In diesem Jahr gab Bahá’u’lláh zum ersten Mal öffentlich bekannt, dass er wie zuvor Buddha, Jesus, Krishna, Mohammed oder Moses ebenfalls Träger einer göttlichen Heilsbotschaft ist. Den weltweit über fünf Millionen Bahá’í sind deshalb die Ridván-Tage ihr höchstes Fest.

In seiner Rede brachte das Staatsoberhaupt auch seine Sorge über die Verfolgung der Bahá’í in anderen Ländern zum Ausdruck. Präsidentin McAleese sagte, dass es traurig und zugleich bemerkenswert sei, dass ein Glaube mit solchen Grundsätzen bei anderen Gewalt – egal in welcher Form – auslösen könne. „Am heutigen Abend sollten wir an diejenigen denken, die solch einen hohen Preis bezahlen müssen, weil sie einer menschlichen und göttlichen Ausstrahlung treu bleiben, die bis ins Mark der Menschheit reicht“, meinte Präsidentin McAleese.

„Alle irischen Bürger können sich glücklich schätzen, in einem Land zu leben, in dem die Anhänger aller Religionen ihre Religion frei ausüben dürfen und auch keiner Religion anhängen können“, sagte sie laut der Zeitung The Irish Times, welche über ihren Besuch berichtete.

Aus Anlass dieses für die irische Bahá’í-Gemeinde historischen Besuchs wurde Präsidentin McAleese eine Prachtausgabe der „Verborgenen Worte“ Bahá’u’lláhs in englisch und gälisch überreicht. Die Textsammlung beinhaltet kurze, spirituelle Verse, welche von Bahá’u’lláh zwischen 1857 und 1858 in Bagdad offenbart wurden.

Brendan McNamara, Vorsitzender des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í der Republik Irland, wertete den Besuch der Präsidentin als einen „Meilenstein und sehr freudiges Ereignis“. „Sie war sehr großzügig und sprach mit jedem, der da war“, sagte McNamara, „vor allem nahm sie sich die Zeit, die Jugendlichen zu ermutigen, bei allem, was sie tun, auch einen Beitrag für die Zukunft Irlands zu leisten.“