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Spanischer Schriftsteller veröffentlicht Standardwerk über die Bahá’í-Religion

Kamalabadi wird nach knapp zehn Jahren ungerechter Haft Ende Oktober freigelassen. Hier wird sie von Familienangehörigen vor dem Evin-Gefängnis in Empfang genommen.

Die Webseite der Bahá’í-Gemeinde Deutschland veröffentlicht einen Bericht des Bahá’í World News Service über die Darstellung der Verfolgungen der Bahá’í im Iran durch den spanischen Schriftsteller Rafael Cerrato.

Auf einer Reise durch den Norden Israels besuchte Rafael Cerrato im Jahr 2006 kurz die Stadt Haifa. Von den Gebäuden und Gärten des Bahá’í-Weltzentrums, die am Berg Karmel liegen, zeigte sich der aus Cordoba stammende Autor sehr beeindruckt. „Ich war fasziniert und wollte unbedingt herausfinden, worauf sich die Schönheit der Anlage gründet.“

Nach seiner Rückkehr nach Spanien befasste sich der Schriftsteller – der selbst bekennender Katholik ist und schon viel über Religionen geschrieben hat – mit der Geschichte und den Lehren der Bahá’í-Religion. “Ich stellte fest, dass die schon seit langem herbeigesehnte Brücke zwischen Ost und West bereits existiert“, sagte er. „Die älteren Religionen werden nicht abgelehnt und in den sozialen Lehren der Bahá’í ist alles enthalten: die Notwendigkeit internationaler Einrichtungen, die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, Bildung für alle Menschen … Ich glaube an diese Prinzipien und sie ziehen mich an – deshalb habe ich kein Problem damit, sie zu verbreiten.“

Cerrato war auch von dem “tiefen Glauben und der Standhaftigkeit” der unterdrückten iranischen Bahá’í-Gemeinde beeindruckt. So entschloss er sich, ein Buch über den Bahá’í-Glauben und im besonderen über die schweren Verfolgungen zu schreiben, denen die iranischen Bahá’í bereits seit der Entstehung der Religion Mitte des 19. Jahrhunderts ausgesetzt sind. Das Buch mit dem Titel Desde el corazon de Iran – Los Baha’is: La esperanza oprimida (Aus dem Herzen des Iran – Die Bahá’í: unterdrückte Hoffnung) erschien 2009 bei Erasmus Ediciones und gilt bereits als Standardwerk über die Entstehungsgeschichte und die Verfolgung der iranischen Bahá’í-Gemeinde in spanischer Sprache.
In seiner Rezension bezeichnete Enrique Cordoba, Kolumnist für den in Miami erscheinenden El Nuevo Herald, das Buch als „geschickt geführte, gut-recherchierte Reise“. „Ich begrüße es, dass Cerrato dieses Buch veröffentlicht hat … für diejenigen, die sich über eine religiöse Lehre informieren wollen, mit der man sich befassen sollte.“

Die in Miami arbeitende Radiojournalistin Ninoska Perez Castellon beschrieb das Buch als “notwendig“ und als „Aufruf an die Welt, damit die Misshandlungen der iranischen Bahá’í-Gemeinde nicht dem Vergessen anheimfallen“. Es sei der persönlichen Integrität von Schriftstellern wie Rafael Cerrato geschuldet, „dass wir uns mit einem Thema vertraut machen, welches auf das Titelblatt der Zeitungen gehört“, schrieb sie.

Rafael Cerrato wurde 1951 in Cordoba geboren. Er studierte in Malaga Wirtschaftswissenschaften bevor er sich mit den „großen Wahrheiten“ beschäftigte, die nicht in Geschichtsbüchern behandelt werden und trotzdem wesentlich für das Verstehen der Gegenwart sind. Religion spielt in diesem Verständnis eine große Rolle.

“Ich habe mir den Menschen immer als ‘religiöses Tier’ vorgestellt – mehr noch denn als ‚politisches Tier’, wie viele Philosophen ihn definiert haben”, sagte Cerrato. „Ohne Religion sind weder soziale Phänomene noch die Evolution der Welt verständlich.”

In seinem 2005 veröffentlichten Buch Letter to Fernando Sanchez Drago verglich er die Stifter des Christentums, des Islam und des Buddhismus. Im darauf folgenden Jahr untersuchte er in Lepanto, the Unfinished Battle das Verhältnis zwischen dem Westen und dem Islam.

“Religion sollte eine Kraft des Guten und ein verbindendes Element sein”, sagte er. „Leider ist sie jedoch Ursache vieler Probleme. Die Probleme entstehen nicht wegen der Religion als solches, sondern hauptsächlich durch menschengemachte Verzerrungen ihrer Botschaft.“

Rafael Cerrato lebt seit mehr als zehn Jahre in der Nähe des alten Benediktinerklosters Montserrat im Hinterland der katalanischen Hauptstadt Barcelona. Hier lässt er sich inspirieren. Er reist außerdem leidenschaftlich gern und taucht in die verschiedenen Kulturen der Welt ein. Nach zahlreichen Autorenlesungen und Vorträgen über sein neues Buch in Spanien reist er im September in die USA und spricht dort bei Books and Books in Miami über From the Heart of Iran. Derzeit wird das Buch auch in Miami ins Englische übersetzt.

“Ich hoffe, dass das Buch jeden Politiker, Journalisten und Intellektuellen über die Pläne und Taten der derzeitigen iranischen Regierung aufklärt, wenn sie es denn lesen“, sagte Cerrato. „Gleichzeitig hoffe ich, dass durch den Bahá’í-Glauben viele konstruktive Prozesse zwischen Ost und West angeregt werden.“