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Aktionstage für Menschenrechte im Iran

Mahvash Sabet wird am 18. September 2017 nach neuneinhalb Jahren ungerechter Haft aus dem Gefängnis entlassen.

Prof. Payam Akhavan vom Iran Human Rights Documentation Center spricht davon, dass sich „seit der Grünen Revolution im Sommer 2009 … die Menschenrechtslage im Iran dramatisch verschlechtert“ hat (Frankfurter Rundschau vom 23.11.2010) und Wolfgang Günter Lerch betitelte gerade einen Artikel über die Bahá’í im Iran mit „Fast wie Freiwild“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2010).

Die Bahá’í-Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet nehmen diese beängstigende Entwicklung in Verbindung mit dem Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, zum Anlass für Aktionstage für Menschenrechte im Iran in vier Städten: Frankfurt, Wiesbaden, Taunusstein-Hahn und Mainz. Gemeinsam haben sie folgenden Aufruf verfasst:

Anfang August wurden im Iran die führenden Vertreter der dortigen Bahá’í-Gemeinde verurteilt. Die zwei Frauen und fünf Männer – Fariba Kamalabadi, Mahvash Sabet, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm – bildeten die inzwischen aufgelöste Gruppe der “Yárán” oder “Freunde im Iran”, die seit Jahren – stets mit Kenntnis der iranischen Regierung – mit der Aufgabe befasst waren, eine Art “Notverwaltung” der über 300.000 iranischen Bahá’í zu ermöglichen, nachdem ihnen seit 1983 verboten ist, ein ordentliches nationales Leitungsorgan zu wählen.

Nach über zweijähriger Untersuchungshaft – davon mehrere Monate in Isolation – wurden die sieben Yárán zu je 10 Jahren Haft verurteilt und in ein berüchtigtes Gefängnis nahe Teheran verlegt. Vorgeworfen wird ihnen Spionage, Propaganda gegen die Islamische Republik Iran und der Aufbau einer illegalen Organisation – völlig haltlose Anklagepunkte, die von den Verurteilten und ihren Verteidigern kategorisch zurückgewiesen werden.

Aus Anlass des Tages der Menschenrechte, dem 10. Dezember, machen wir auf dieses verheerende Urteil gegen völlig unschuldige Menschen und auf die äußerst prekäre Menschenrechtslage im Iran aufmerksam. Wir fordern die Freilassung der Yárán und aller weiteren im Iran unschuldig Inhaftierten sowie ein Leben in Würde und Freiheit für sie und für alle Bürger des Landes. Wir drücken unser Mitgefühl für sie aus und machen deutlich, dass wir uns ihnen verbunden wissen – sie sind nicht allein!

Wir laden ein zu friedvollen, engagierten und kreativen Aktionstagen für die Menschenrechte im Iran

  • am Sonntag den 05. Dezember ab 11:00 Uhr in Wiesbaden auf dem Mauritiusplatz
  • am Samstag den 11. Dezember ab 11:00 Uhr in Frankfurt an der Hauptwache
  • am Donnerstag den 16. Dezember ab 13:00 Uhr in Taunusstein-Hahn auf dem Marktplatz am Rathaus und
  • am Samstag den 18. Dezember ab 11:00 Uhr in Mainz auf dem Schillerplatz

Bitte unterstützen Sie uns!

Wir werden auf das Schicksal der Yárán und die Unterdrückung der iranischen Bahá’í-Gemeinde aufmerksam machen.

Wir werden konkret zeigen, wie unmenschlich hart ihre Lebens- und Haftbedingungen sind.

Es geht uns darum, durch das Schaffen von Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass die Menschenrechtsverletzungen im Iran hier wie vielerorts weltweit genau beobachtet und registriert werden.

Wir fordern die Einhaltung der Menschenrechte, ordentliche Verfahren, gerechte Urteile und Freiheit für Unschuldige. Engagiert, kreativ und zielsicher wollen wir alle unsere Möglichkeiten nutzen, um die Herzen der Menschen zu verbinden für ein Bewusstsein von der Einheit der Menschheit, von Weltbürgertum und einer Weltgesellschaft, die ihre ganze Vielfalt und Fülle in Freiheit und Gerechtigkeit leben kann.

Unsere Botschaft an die Yárán und alle unterdrückten Menschen im Iran ist: Ihr seid nicht allein!

Die Schirmherrschaft haben übernommen: Mehran Barati, United Republicans for Iran; Michael Gahler, MdEP, CDU/EVP; Omid Nouripour, MdB, Bündnis 90/Die Grünen (angefragt); Ali Samadi, Transparency for Iran; Kordula Schulz-Asche, Vors. Bündnis 90/Die Grünen Hessen; Gisela Stang, stellv. Vors. SPD Hessen.

Es unterstützen uns außerdem: amnesty international (Ortsgruppen Frankfurt, Mainz, Wiesbaden) und Solidarity with Laale Park Mothers Frankfurt.