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Bahá’í in Bad Vilbel informieren über die Lage ihrer Mitgläubigen im Iran

Der Aachener Bundestagstagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) zeigt seine Unterstützung für den im Iran inhaftierten Behrouz Tavakkoli.

Vertreter der Bahá’í-Gemeinde Bad Vilbel und Familienangehörige verurteilter Bahá’í im Iran trafen sich am vergangenen Freitag, 7. Januar 2011, mit Dr. Peter Tauber MdB, der in seiner Funktion als Bundestagsabgeordneter des Main-Kinzig-Kreises auch den Wetteraukreis im Deutschen Bundestag vertritt. Bei diesem Treffen informierten die Bad Vilbeler Bahá’í den Politiker über die aktuelle, unerträgliche Situation ihrer Mitgläubigen im Iran, insbesondere über die schweren Haftbedingungen der sieben ehemaligen Führungsmitglieder der iranischen Bahá’í-Gemeinde.

Bad Vilbel

Der Bundestagsabgeordnete der CDU im Wahlkreis 180, Hanau-Gelnhausen, Dr. Peter Tauber (CDU), informierte sich bei Familienangehörigen der im Iran unschuldig inhaftierten Bahá'í über die besorgniserregende Lage der Bahá’í im Iran. (v.l.n.r.) Iman Naghashian, Dr. Peter Tauber MdB, Erfan Enayati, Leila Enayati, Peter Welz

Die sieben Gefangenen, zwei Frauen und fünf Männer, leiteten die sozialen und religiösen Angelegenheiten der Bahá’í-Gemeinde im Iran unter steter Kenntnisnahme der Regierung auf informeller Ebene, nachdem die Mitglieder der offiziell gewählten Bahá’í-Führung ab 1981 hingerichtet und die gesamte Gemeindeorganisation 1983 aufgelöst wurde. Die seit Mai 2008 inhaftierten Führungsmitglieder wurden in einem Schauprozess zu zehnjährigen Haftstrafen verurteilt. Für alle neutralen Beobachter steht außer Frage, dass eine Schuld konstruiert wird, die es nicht gibt. Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, deren Menschenrechtszentrum im Iran die Bahá’í verteidigt, zeigte sich über die hohen Haftstrafen „fassungslos“. „Ich habe ihre Akte Seite für Seite gelesen und keinen einzigen Beweis für die Anklage gefunden“, erklärte Ebadi in einem BBC- Interview.

Die Schwester eines der inhaftierten Bahá’í unterrichtete Dr. Peter Tauber über die entwürdigenden Haftbedingungen im Gefängnis. Die sieben Bahá’í saßen über zwei Jahre im Teheraner Evin-Gefängnis unter unsäglichen Bedingungen in Untersuchungshaft, bevor sie nach ihrer Verurteilung im August 2010 in das noch berüchtigtere Gohardasht-Gefängnis 20 Kilometer außerhalb Teherans verlegt wurden. Fünf von den sieben Bahá’í sind in einer Gefängniszelle von der Größe eines Doppelbettes untergebracht, die so wenig Raum bietet, dass es ihnen überhaupt schwerfällt, sich hinzulegen.

Anlass für das Gespräch mit Dr. Peter Tauber war ein an den Leiter der Justiz der Islamischen Republik Iran adressierter offener Brief der Internationalen Bahá’í- Gemeinde, in dem diese unhaltbare Situation angeprangert wird.

[Nachtrag 14.01.2011: Inzwischen hat auch die Frankfurter Neue Presse über das Treffen der Bahá’í-Gemeinde Bad Vilbel mit dem Abgeordneten Dr. Tauber berichtet.]