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„Sich als Einheit verstehen“

Der Aachener Bundestagstagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) zeigt seine Unterstützung für den im Iran inhaftierten Behrouz Tavakkoli.

Die Staatsrätin für interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie gesellschaftliche Werteentwicklung, Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn, zusammen mit Hartmut Nowotny von der Bahá'í-Gemeinde.

Die Südwest Presse berichtet über einen Erfahrungsaustausch zum Thema Religionsfreiheit, zu dem die baden-württembergische Staatsrätin für interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie gesellschaftliche Werteentwicklung, Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn, sowie der Sozial-Staatssekretär der Landesregierung, Dieter Hillebrand MdL, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften nach Reutlingen eingeladen hatte.

„Heute gibt es keine geschlossenen Gebilde von Religionen, unsere Welt ist gesprenkelt und gefleckt“, zitiert die Zeitung Frau Quinn, die im Hauptberuf Professorin für Ethik am Interfakultären Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen ist. An dem „offenen Gespräch“ nahmen Repräsentanten beider Kirchen, jüdischer und islamischer Gemeinden sowie der Bahá’í-Gemeinde teil. So heißt es zu den Bahá’í:

Die Bahaii als Kooperationspartner unterstützend wirken zu lassen, sie als Moderatoren einzusetzen, hält der Staatssekretär für richtig. Denn ihre Auffassung sei wegweisend. „Der Schlüssel liegt darin, dass man sich als Einheit versteht“, sagt Hartmut Nowotny von den Bahaii. Man könne keinen Friedenspakt schließen, solange man Feindschaft verspüre. Er riet auf das Verbindende zu schauen, statt das Trennende in den Vordergrund zu stellen. Dabei seien nicht die Werte das Entscheidende, sondern die Tugenden, denn diese seien in allen Religionen gleich. Auf dieser Basis liege der Weg für eine Begegnung.

Auch der Reutlinger General-Anzeiger berichtet in seiner Printausgabe über das Treffen, mit dem die Landesregierung nach Aussage von Staatsrätin Quinn beabsichtigte, einen Prozess interreligiöser Verständigung in Baden-Württemberg zu beginnen.

Der Vertreter von Bahai, der kleinsten am Dialog beteiligten Religionsgemeinschaft, Hartmut Nowotny, sagte: „Das Problem religiöser Intoleranz ist ein globales, den Ansatz für eine Lösung findet man aber im lokalen Gespräch“. Bahai ist eine monotheistische Religion mit weltweit rund 8 Millionen Anhängern. In Ländern wie Iran werden nach Angaben von Nowotny viele Bahai-Anhänger vom islamischen Mullah-Regime vefolgt – mit dem Ziel, diese „zu vernichten“. An dieser Situation etwas zu ändern sei sehr schwierig, wenn nicht unmöglich – aber ein friedliches und respektvolles Zusammenleben der religiösen Gemeinschaften in Reutlingen wäre ein realistischerer Ansatz, die Situation zu verbessern.