Medienberichterstattung

Die Verfolgung der Bahá’í im im Iran begann schon vor 1979

Mit Behrooz Tavakkoli ist nun das dritte Mitglied der Yaran nach knapp einem Jahrzehnt unschuldiger Inhaftierung frei.

Dr. Wahied Wahdat-Hagh, Senior Fellow der European Foundation for Democracy in Brüssel, schreibt auf der Webseite Ach gut über die systematische Verfolgung der Bahá’í im Iran. Er nimmt dabei die seit Jahrzehnten aktive Hojjatieh-Gesellschaft in den Fokus, eine 1953 von Scheich Mahmud Halabi gegründete Organisation, die den Angaben zufolge erheblichen, wenn auch indirekten Einfluss auf die Bildung und die Weltsicht der späteren Machtelite der Islamischen Republik ausgeübt hat. Wahdat-Hagh berichtet, dass diese halbgeheime Organisation im Juni 2010 einen Antrag auf öffentliche Tätigkeit gestellt habe.

Die Organisation der Hojatiyeh übt heute einen besonderen Einfluss auf die Regierung von Ahmadinejad aus. Die Hojatiyeh arbeitete stets parallel zu anti-Bahai-Aktivitäten von Khomeini und seinen Anhängern. Weil die Hojatiyeh mit dem Geheimdienst des Schahregimes zusammenarbeitete, gab es Probleme mit dem ersten iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini. Aber im Kampf gegen die Bahai gab es immer einen Konsens mit anderen Islamisten. Im Juni 2010 stellte die heimlich arbeitende Hojatiye-Organisation den Antrag bei der iranischen Zensurbehörde auf öffentliche Tätigkeit. …

Die Mitglieder des Hojatiyeh-Vereins wurden in Abendklassen und Wochenendkursen geschult, meist im privaten Rahmen. Die Unterrichtsthemen waren schiitisch-islamisches Recht, Islam und seine Geschichte und die Kritik der Bahai-Religion.

Die Schüler solcher Kurse sollten lernen, wie man der Lehre der Bahai-Religion widersprechen kann. Die Kursteilnehmer wurden zudem darin unterrichtet, wie man Menschen, die Bahai geworden waren wieder zum Islam bekehren kann. Solche Gruppen wurden „Erschad-Gruppen“ genannt. „Erschad“ bedeutet „Bekehrung“ und „Belehrung“. Eine weitere Abteilung dieser Organisation, die sich „Forschungsgruppe“ nannte, sollte direkt die Bahai-Gemeinden unterwandern, um konkrete Informationen über die Bahai zu bekommen. …

In Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst des Schahs wurden Hojatiye-Mitglieder in die Bahai-Gemeinden eingeschleust, um die Identität der Gemeindemitglieder herauszufinden. Das Ziel war die Bahai gezielt unter Druck zu setzen und die Familien mit diversen Methoden zu schikanieren.  …

Bahai wurden gezielt teilweise direkt von örtlicher Polizei daran gehindert Kontakt mit anderen Bahai aufzunehmen. Eine Vernetzung der Bahai-Gemeinden sollte gezielt verhindert werden.