Medienberichterstattung

Bahá’í im Iran riskieren viel, wenn sie studieren wollen

Kamalabadi wird nach knapp zehn Jahren ungerechter Haft Ende Oktober freigelassen. Hier wird sie von Familienangehörigen vor dem Evin-Gefängnis in Empfang genommen.

Julia Herrnböck berichtet im Standard aus Wien Hintergründiges über das Bahá’í Institute for Higher Education (BIHE) und wie es Unterstützung erfährt aus Österreich.

Nach iranischem Recht ist es Angehörigen der religiösen Minderheit seit 1981 verboten, eine Universität zu besuchen. Um die fatalen Auswirkungen einer solchen Beschränkung zu mildern, gründeten einige Professoren 1987 BIHE und unterrichteten die jungen, von den Unis Verbannten in ihren Wohnungen, später auch über das Internet. …

S., geborener Österreicher, ist selbst Bahá’í und unterrichtet seit fünf Jahren Studenten des BIHE im Iran – via Skype und Telefonkonferenzen, an Feierabenden und Wochenenden. …

Bisher wurde die Institution vom Regime zwar argwöhnisch, aber immerhin geduldet. Mehr als 60 Universitäten auf der ganzen Welt akzeptieren die Abschlüsse der Absolventen. Jahr für Jahr bewerben sich rund 1000 junge Iraner für die 17 Studiengänge. Die Hoffnung, zumindest mit einer Ausbildung eine Chance auf einen Job im Iran zu haben, ist groß. Aber nicht nur den Lehrern, auch Unternehmen, die Mitglieder der Bahá’í-Gemeinde anstellen, drohen scharfe Sanktionen.