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„Das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit breit verstehen und nicht nur lobbyistisch“

In einem Interview mit dem Humanistischen Pressedienst betont der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit, der Nürnberger Menschenrechtsprofessor Dr. Heiner Bielefeldt, die diesem Menschenrecht ebenfalls innewohnenden Freiheitsrechte für „Atheisten, Vertreter des Agnostizismus, Kritiker der etablierten Religionen oder des Religiösen überhaupt“.

Dabei geht es ganz entscheidend um die geistige Freiheit, die kommunikative Freiheit oder die Verhaltensfreiheit in Fragen von Religion und Weltanschauung. Und es ist oft überhaupt nicht präsent, dass auch humanistische Organisationen oder solche, die sich ausdrücklich als Atheisten verstehen, hier ihre ganz genuinen Freiheitsrechte haben. Mir scheint das vor allem in Deutschland wenig präsent zu sein.

Religionsfreiheit ist auch die Freiheit der Atheisten. Und zwar nicht, wie manche meinen, die negative Religionsfreiheit, sondern es gibt hier auch eine positive Weltanschauungsfreiheit. Es ist ebenfalls ein Freiheitsrecht der Nichtreligiösen.

Entsprechend plädiert der UN-Sonderberichterstatter für eine „breite Allianz“ über Organisations- und Themengrenzen hinaus und führt dabei die Bahá’í als Beispiel an.

Ich glaube, eine sinnvolle Vorgehensweise besteht darin, sich mit anderen Organisationen zusammenzuschließen. Dass man Menschenrechte, hier eben das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit, wirklich breit versteht und nicht nur lobbyistisch. Ein positives Beispiel sind die Bahai, welche in der UNO oder auch anderen internationalen Gremien sehr präsent sind. Natürlich haben sie auch das Interesse, dass ihre eigenen Angehörigen sowie Glaubensfreundinnen und –freunde, die ja im Iran und auch anderen islamischen Staaten brutal verfolgt werden, von der Religionsfreiheit profitieren. Aber die Bahai interessieren sich immer sehr breit für das Thema. So ist es eben nicht nur Lobbyismus für die eigene Gruppe und genau das finde ich vorbildlich. Ich finde vorbildlich, dass es hier nicht nur um die Befürwortung von Gruppenegoismen geht.