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Lage der Bahá’í im Iran Thema bei Menschenrechtskonferenz in Nürnberg

Im Iran sitzen viele Journalisten im Gefängnis. Auch Anwälte, die sich für Journalisten einsetzten, müssten mit einer Inhaftierung rechnen. Darauf wies die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi in Nürnberg hin. Ebadi äußerte sich im Rahmen der Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises 2011 am vergangenen Wochenende. Von Seiten der Nürnberger Veranstalter hieß es:

Die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises 2011 an den Journalisten Hollman Morris lenkt den Blick der Öffentlichkeit nicht nur auf Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien, sondern rückt auch Journalistinnen und Journalisten in den Mittelpunkt, die oft unter Lebensgefahr über Menschenrechtsverletzungen berichten.

Shirin Ebadi, die der Jury des Preises angehört, eröffnete die Veranstaltung im Caritas-Pirckheimer-Haus mit einem Vortrag über die Lage der Pressefreiheit in der arabischen Welt.  Bei der Gelegenheit äußerte sie sich auch zur Lage der Minderheiten, insbesondere der nicht anerkannten Minderheit der Bahá’í. Sie erwähnte während der Veranstaltung im Detail das Leiden der iranischen Bahá’í-Gemeinde. Sogar verstorbene Bahá’í finden keine Ruhe, weil ihre Friedhöfe zerstört werden, sagte sie.

Hinsichtlich der aktuellen Prozesse gegen Bahá’í, die sich derzeit wegen ihres ehrenamtlichen Engagement im Rahmen des Bahá’í Institute for Higher Education (BIHE) vor dem Revolutionsgericht in Teheran verantworten müssen, hieß es von sachkundiger Seite am Rande der Konferenz, dass ihr inzwischen ebenfalls verhafteter Anwalt, der Vorjahrespreisträger des Internationalen Menschenrechtspreises in Nürnberg, Abdolfattah Soltani, just in dem Moment verhaftet wurde, als er die Akten der verhafteten BIHE-Aktivisten für den Prozess studierte.