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Unfairer Prozess gegen elf Iraner befürchtet

Kamalabadi wird nach knapp zehn Jahren ungerechter Haft Ende Oktober freigelassen. Hier wird sie von Familienangehörigen vor dem Evin-Gefängnis in Empfang genommen.

Die österreichische Webseite studium.at veröffentlicht eine Agenturmeldung, worin die Sorge der Bahá’í-Gemeinde Österreich über den anstehenden Prozess gegen Bahá’í in Teheran zum Ausdruck kommt, die sich für das Recht auf Bildung der über 300.000 Anhängern umfassenden iranischen Bahá’í-Gemeinde einsetzten.

Im Iran müssen elf Baha’i demnächst mit einem Prozess rechnen. Ihr „Verbrechen“: Sie haben Baha’i-Jugendliche privat eine höhere Bildung ermöglicht, da im Iran Angehörigen dieser religiösen Minderheit noch immer ein Universitätsstudium verwehrt wird.

„Wir befürchten einen unfairen Prozess und harte Strafen“, äußerte sich Ottilie Käfer, Sprecherin der österreichischen Baha’í-Gemeinde besorgt. Die genauen Anklagepunkte, sowie der Termin für die erste Verhandlung seien noch nicht bekannt, hieß es am Samstag in einer Aussendung.

Bestürzung löste bei der Baha’i-Gemeinde die Nachricht von der vor einer Woche erfolgten Verhaftung ihres Anwalts aus, des prominenten Menschenrechtsaktivisten Abdolfattah Soltani. Er hatte gemeinsam mit Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi das Zentrum zur Verteidigung der Menschenrechte in Teheran gegründet, das im Zuge einer Polizeirazzia im Dezember 2008 geschlossen wurde.