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„Tauziehen um die Religionsfreiheit“

Mahvash Sabet wird am 18. September 2017 nach neuneinhalb Jahren ungerechter Haft aus dem Gefängnis entlassen.

Im bayerischen Ingolstadt findet in diesem Jahr der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2011 zum Thema Religionsfreiheit statt. In seiner Rede zum Thema „Tauziehen um die Religionsfreiheit – ein Menschenrecht in der Krise?“ wird der UN-Sonderberichterstatter zum Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, von seinen Erfahrungen berichten, schreibt der Donau Kurier in seiner Onlineausgabe. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von Amnesty International. Gudrun Rihl von Amnesty International in Ingolstadt gab der Zeitung auch ein Interview. In einer eigenen Mitteilung des Veranstalters heißt es:

Das Thema Religionsfreiheit scheint für eine säkulare Gesellschaft wie der unseren weit weg zu sein. Welche Dimensionen das Thema Religionsfreiheit hat, mögen ein paar Aspekte zeigen. Durch die Geschichte der europäischen Christen, Juden und Moslems zieht sich bis heute eine blutige Spur (Holocaust, Bürgerkrieg in Irland u.a.). Auch heute ist das Zusammenleben nicht frei von Intoleranz, mitunter sogar von Hass geprägt. In westeuropäischen Ländern drängen z.B. Populisten auf die Diskriminierung der Muslime. In der Schweiz gilt ein Minarettverbot, aus Rache für die Mohammed-Karikaturen gab es in der Türkei Übergriffe auf Christen u. a. Auch die religiös motivierte Diskriminierung von Frauen im Islam spielt hier herein.
Seitdem das Thema Religionsfreiheit mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion aus dem Schatten des Kommunismus getreten ist, sind die islamischen Staaten, die Menschen wegen ihres Glaubens verfolgen, stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Nicht nur Christen sind betroffen (besonders rigoros ist Saudiarabien). So werden die Bahai’is von vielen islamischen Regierungen rücksichtslos verfolgt. In ihrem Ursprungsland Iran sind sie fast ausgerottet. (Einige Bahaií-Familien leben in Ingolstadt.) In China werden Uiguren, eine muslimische Minderheit, verfolgt, in Ägypten die christlichen Kopten, in Deutschland sind türkische Aleviten als Asylbewerber anerkannt. Und ob das Burka-Verbot in Frankreich eine Einschränkung der Religionsfreiheit ist, darüber ließe sich trefflich streiten.

Der Tag der Menschenrechte findet am Sonntag, den 11.12.2011 von 10.30 Uhr bis 13.30 Uhr im Foyer des Stadttheaters statt.