Stellungnahmen

„Kriminalisierung von Bildung ohne Beispiel“

Der Aachener Bundestagstagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) zeigt seine Unterstützung für den im Iran inhaftierten Behrouz Tavakkoli.

Mobina Jaffer ist die erste Senatorin mit muslimischen Hintergrund. Die in Kampala, Uganda, geborene Politikerin vertritt den Staat British Columbia und ist Mitglied der Liberalen Partei Kanadas.

Die kanadische Senatorin Mobina Jaffer hat die Verfolgung und Inhaftierung von Bahá’í-Dozenten im Iran scharf verurteilt. Wie der Iran die Bildung junger Menschen kriminalisiert, ist ohne Beispiel, sagte das erste Senatsmitglied muslimischen Glaubens in Kanada bei einer parlamentarischen Anhörung am 1. Dezember in Ottawa. Ihre Sorge gelte den sieben Bahá’í-Dozenten, die seit Mitte Oktober vier und fünf Jahre Haft verbüßen. Einige von ihnen hatten in Kanada akademische Abschlüsse erworben.

„Was ist das für eine Grausamkeit, wenn eine Regierung ihre Bürger für die Bildung anderer inhaftiert und Lernen zu einem Verbrechen macht?“, fragte sie den Senat. „Zu jenen, die zu vier Jahren verurteilt wurden, zählt auch Nooshin Khadem, die an der Carleton University einen MBA erwarb und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht in Kanada genießt“, sagte Jaffer. „Nooshin kam nach Kanada, weil die Carleton Universität ihr Studium am Bahá’í-Institut als gleichwertiges Grundstudium anerkannte. Sie ging mit ihrem Abschluss zurück in den Iran, um andere zu lehren. Jetzt sitzt sie im Gefängnis, weil sie das ‘Verbrechen’ beging, ihre Ausbildungsinhalte weiterzuvermitteln.“

Zu den festgenommenen und inhaftierten Bahá’í im Iran gehören zwei weitere Personen, die in Kanada studierten. Das Ehepaar Kamran Rahimian und Faran Hessami machte einen Abschluss in Psychologie an der Universität Ottawa. Diese Qualifikation wird im Iran nun als ‘illegal’ angesehen. Wie indes die Internationale Bahá’í-Gemeinde inzwischen erfuhr, wurde zumindest Frau Hessami am 28. November gegen Hinterlegung einer Kaution freigelassen. Sie und ihr Mann warten nun auf eine Gerichtsverhandlung. Ihr zweijähriger Sohn lebte während ihrer Haft bei Verwandten.

„Als Nation, die Menschenrechte hochhält und religiöse Vielfalt wertschätzt, müssen wir aufstehen und der Bedrohung des Iran gegen seine eigenen Bürger ins Auge schauen“, meinte die Senatorin. „Die iranische Regierung mag heute nicht zuhören, doch die iranischen Menschen tun es. Sie müssen wissen, dass Kanada ihnen zur Seite steht und weiterhin für ihre Menschenrechte und Grundfreiheiten einsteht.“

In der letzten Woche hatte auch Senator Romeo Dallaire, der ehemalige Kommandeur der UN- Friedenstruppe, die 1990 vergeblich den Genozid in Ruanda zu verhindern suchte, gegenüber dem Senat erklärt, dass das derzeitige Vorgehen des Iran gegen die Bahá’í ihn an das erinnerten, was er in Afrika gesehen hatte.