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Rumänische Öffentlichkeit klagt Menschenrechte für Bahá’í in Iran ein

Mahvash Sabet wird am 18. September 2017 nach neuneinhalb Jahren ungerechter Haft aus dem Gefängnis entlassen.

Die Nachrichtensprecherin Andreea Berecleanu, der Musiker Ovidiu Lipan Tandarica und die Schauspielerin Maia Morgenstern (v.l.n.r.) unterzeichnen den Appellbrief an die iranischen Regierung zum Schutz der Bahá'í in Iran. Foto: BWNS

Achtundsechzig Personen des öffentlichen Lebens Rumäniens – Intellektuelle, Künstler, Banker, Geschäftsleute und Mediziner – appellieren an die iranische Regierung, die systematische Verfolgung der Bahá’í zu beenden. „Die Bahá’í nehmen nur ihre Rechte gemäß der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wahr, darunter ihr Recht auf Freiheit und Unversehrtheit der Person, ihr Recht auf Bildung und Arbeit und das Recht auf Religionsausübung …“ Das Schreiben wurde vom rumänischen Regisseur Radu Gabrea zusammen mit Istvan Haller vom rumänischen Nationalrat für die Bekämpfung von Diskriminierung verfasst.

Der Appellbrief hebt insbesondere den Fall der sieben Bahá’í-Führungsmitglieder hervor wie auch die „wiederholten Versuche des Iran, die Entwicklung der Bahá’í-Gemeinde dadurch zu behindern, indem junge Gemeindemitglieder keine Bildungschancen erhalten“. Bemängelt wurde auch „die lange Liste von Misshandlungen und Verletzungen“ der Menschenrechte der iranischen Bahá’í.

Zu den Unterzeichnern zählen die Schauspielerin Maia Morgenstern, bekannt für ihre Rolle als Maria in „Das Leiden Christi”, die Nachrichtensprecherin Andreea Berecleanu, der Schlagzeuger Ovidiu Lipan Tandarica sowie der ehemalige Regierungsminister Ilie Serbanescu. „Wir verstehen nicht, … warum der iranische Staat das Schüren von Hass gegen die Bahá’í im Iran gutheißt, warum er Brandstiftung gegen ihre Geschäfte und weitere Formen von Gewalt zulässt, die darauf abzielen, sie aus Dörfern und Städten zu vertreiben …“, heißt es in dem offenen Brief. „Wir verstehen nicht, warum sie beim Bestatten ihrer Verstorbenen schikaniert werden, warum Bahá’í-Friedhöfe entweiht werden, Geschäftsleuten ihre Lizenzen und ihr Eigentum beschlagnahmt und den Bahá’í Arbeitsstellen und Renten vorenthalten werden.“

Della Marcus, Sprecherin der rumänischen Bahá’í-Gemeinde, sagte, dass sich zum ersten Mal eine solch große Zahl von bekannten Rumänen für die Bahá’í im Iran ausgesprochen habe. „Wir beten, dass diese Petition dazu beitragen wird, der iranischen Regierung klar zu machen, dass es auf der ganzen Welt viele Menschen gibt, die die staatlich geförderte Verfolgung der Bahá’í nicht akzeptieren“, kommentierte die Sprecherin den offenen Brief.

Durch das Bekenntnis Königin Marias von Rumänien (1875-1938) zu den Lehren Bahá’u’lláhs ist die Bahá’í-Religion auf besondere Weise mit Rumänien verbunden.