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Weltverfolgungsindex 2012 von Open Doors erschienen

Das christliche Hilfswerk Open Doors hat seinen Weltverfolgungsindex (WVI) für 2012 veröffentlichte. Zum zehnten Mal in Folge führt das abgeschottete Nordkorea auf Platz 1 die Rangliste der 50 Staaten an, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die weiteren neun vorderen Plätze belegen allesamt islamisch geprägte Staaten. Jedes Jahr bewertet das Hilfswerk die Religionsfreiheit für Christen in 50 Ländern. Dabei stützt es sich auf eigene Befragungen, Berichte über Übergriffe und Experteneinschätzungen, wie die Deutsche Welle schreibt. Besonders gefährdet seien Christen in Nordkorea, Afghanistan und Saudi-Arabien.

„Die Situation für Christen hat sich zunehmend dort verschlechtert, wo auch der islamische Extremismus zugenommen hat“, bilanziert Open Doors. Neun der zehn vorderen Plätze belegten islamisch geprägte Staaten. Zehn Jahre nach dem Ende des Taliban-Regimes in Afghanistan habe sich die Lage für Christen kaum verbessert, heißt es in dem Bericht von Open Doors. Es gebe dort keine einzige öffentliche Kirche mehr.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, mahnt vor dem Hintergrund des neuerlichen Berichts die internationale Gemeinschaft an, sich mehr für verfolgte Christen einzusetzen.

Die internationalen Organisationen wie die Vereinten Nationen müssen sich diesem Thema mehr annehmen und konsequent gegen Staaten vorgehen, die die Religionsfreiheit verletzen oder Christen nicht genügend schützen. Allein die Schätzung von Open Doors, dass weltweit rund 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden, fordert zum Handeln auf. Auch die deutsche und europäische Außenpolitik dürfen nicht nachlassen, sich für die Christen in Not weltweit nachhaltig einzusetzen.

Ebenso fordert Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Deutschland solle bei den Vereinten Nationen in New York und Genf das Thema Religionsfreiheit stärker auf die Tagesordnung setzen. Indes weist Beck daraufhin, dass ein Schutz des Menschenrechts auf Religions- und Glaubensfreiheit „in Abstufungen oder zwei Klassen“ nicht das Ziel deutscher und europäischer Politik sein dürfe. Für die Opfer von religiös motivierter Verfolgung, Unterdrückung und Diskriminierungen sei es unerheblich, ob sie zu einer global häufig oder selten verfolgten Religionsgemeinschaft gehören, sagte er.

Die Gewalt gegen Christinnen und Christen etwa in Nigeria oder ihre Unterdrückung in Nordkorea sind schwere Menschenrechtsverletzungen. Genauso sorgenvoll blicken wir aber auch auf die Lage der Bahai in Iran oder Ägypten, auf die Situation der tibetischen Buddhisten in China oder die Diskriminierung von Muslima und Muslimen in Teilen der westlichen Welt.