Medienberichterstattung

„Wo das Recht auf Bildung mit Füßen getreten wird“

Der Aachener Bundestagstagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) zeigt seine Unterstützung für den im Iran inhaftierten Behrouz Tavakkoli.

Der Wiener Bahá’í Adib Reyhani schreibt auf magazintraining.com über die Verweigerung des Rechts auf Bildung an den Bahá’í in Iran.

An einem Sonntag im vergangenen Mai wird Naim, ein junger iranischer Student, plötzlich und ohne Vorwarnung von zu Hause verschleppt und gemeinsam mit 15 weiteren Studenten und Professoren in ein Gefängnis nahe Teheran gebracht. Das berüchtigte Evin-Gefängnis ist jenen vorbehalten, die das iranische Mullah-Regime am meisten fürchtet. … Um herauszufinden, was Naim und seine Kollegen falsch gemacht haben, um hierher gebracht zu werden, muss man einige Jahre zurückblicken.

Seit 1981 ist es Bahá’í verboten, eine Universität zu besuchen. Die herrschende Staatsdoktrin im Umgang mit den über 300 000 Bahai-Anhängern im Land sieht vor, so stellt Reyhani im Folgenden dar, dass die Bahai von Universitäten verwiesen werden, entweder im Aufnahmeverfahren oder während des Studiums. Dies belege das sogenannte Golpaygani-Memorandum, das auf Antrag des Obersten Führers, Ali Khamenei, und des damaligen Präsidenten Rafsanjani durch den Obersten Rat der Iranischen Kulturrevolution formuliert wurde.

So ist auch Naim kein Student an einer öffentlichen Universität, sondern machte seinen Abschluss in Informatik am bihe [das ist das Bahá’í Institute for Higher Education], was ihm schließlich zum Verhängnis wurde.

Die iranische Regierung weigere sich nicht nur, die vom BIHE verliehen Abschlüsse anzuerkennen, um damit den Zugang der Studenten zum Arbeitsmarkt zu blockieren. BIHE-Dozenten und Studierende seien auch immer wieder Opfer zahlreicher Razzien, Verhaftungen und Konfiszierungen geworden, „obwohl sie ohne viel Aufsehens und an diskreten Orten ihren Unterricht abhalten“.

Was die [rund 200] Professoren in den vergangen zweieinhalb Jahrzehnten geschafft haben, nämlich unter den schwierigsten Bedingungen ein Bildungssystem aufzubauen, ist bemerkenswert. Mehr als 700 Lehrveranstaltungen aus Bereichen wie Persischer Literatur oder angewandter Chemie werden angeboten. Rund 250 Erstsemester können jedes Jahr aus 17 Bachelor-Studien und nach ihrem Abschluss aus 10 Masterstudiengängen wählen. Dass das Studium am bihe höchsten internationalen Qualitätsstandards entspricht, beweisen die mehr als 60 internationalen Universitäten, die die bihe-Abschlüsse anerkennen.

Reyhani berichtet, dass auch Naim, der während seines Master-Studiums unter anderem auch von einem Informatik-Professor einer  österreichischen  Universität betreut wurde, die Möglichkeit bekommt, in Österreich sein Doktoratsstudium zu absolvieren.