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Amnesty International initiiert zu Naw-Ruz Grußkarten in den Iran

Mahvash Sabet wird am 18. September 2017 nach neuneinhalb Jahren ungerechter Haft aus dem Gefängnis entlassen.

(stehend v.l.n.r.) Fariba Kamalabadi, Vahid Tizfahm, Jamaloddin Khanjani, Afif Naemi, Mahvash Sabet; (sitzend v.l.n.r.) Behrouz Tavakkoli, Saeid Rezaie

Wenige Tage vor dem Bahá’í-Neujahrsfest initiiert Amnesty International wie auch im letzten Jahr den weltweiten Versand von Glückwunschkarten unter anderem an die sieben inhaftierten Bahá’í-Führungsmitglieder in Iran.

Das Bahá’í-Neujahrsfest fällt auf den 21. März, Frühlingsanfang. In Iran wird der Tag auch als Naw-Ruz gefeiert, was „Neuer Tag“ bedeutet. Die Karten sollten mit einem einfachen Gruß wie „Nawruz mobarak“ oder نوروز مبارک abgeschickt werden. Amnesty International legt dabei nahe, die Karte auf Englisch oder Persisch zu verfassen: „Thinking of you at Nawruz time“ oder „Hoping you are well“ – zusammen mit Bildern von Landschaften oder Blumen. Allerdings sollten die Karten sich auf diese Angaben beschränken und keine politischen Aussagen enthalten. Auch Amnesty International selbst sollte nicht Erwähnung finden, hieß es. Im Falle der Bahá’í sollen die Grußkarten an das Genfer Büro der Internationalen Bahá’í-Gemeinde geschickt werden: Baha’i International Community, 15 route des Morillons, 1218 Grand Saconnex, Switzerland.

Foto: Hessam M. Armandehi/Wikipedia

Die sieben Bahá’í-Gefangenen, die bis 2008 das informelle Führungsgremium der über 300.000 Bahá’í in Iran waren, bilden einen von sieben Fällen, die Amnesty International für diese Initiative ausgesucht hat. Die Sieben steht in Verbindung mit der iranischen Tradition zu Naw-Ruz, der „Haft Sin“, den sieben Dingen, die mit dem Buchstaben „S“ beginnen und mit denen Iraner zu Naw-Ruz einen Tisch decken, die Sofreh

Bereits im letzten Jahr erhielten dadurch Gefangene in Iran Solidaritätsgrüße aus der ganzen Welt. Nach Angaben von Amnesty International endeten vier der sieben Fälle aus 2011 glimpflich. Weitere Grußkarten gehen in diesem Jahr an Majid Tavakkoli, Nasrin Sotoudeh, Sayed Ziaoddin (Zia) Nabavi, Zeynab Jalalian, Sa’id Metinpour und Behareh Hedayat.