Medienberichterstattung

In Semnan werden auch Mütter mit Kindern inhaftiert

Mahvash Sabet wird am 18. September 2017 nach neuneinhalb Jahren ungerechter Haft aus dem Gefängnis entlassen.

Der persische Dienst der Deutschen Welle in Bonn berichtet über Mütter, die gemeinsam mit ihren Kindern im Gefängnis von Semnan gefangen sind. Der Zustand von zwei Baha’i-Müttern und ihren Babys habe sich ernsthaft verschlechtert, heißt es in dem Beitrag. Die Kinder bedürfen ärztlicher Betreuung. Die Deutsche Welle zitiert dabei die Human Rights Activist News Agency, das Nachrichtenorgan iranischer Menschenrechtsaktivisten.

Frau […]  ist zu 30 Monaten Haft verurteilt worden und verbüßt derzeit diese Strafe, wobei ihr fünf Monate alter Sohn […] mit ihr im Gefängnis ist. HRNA weist darauf hin, dass das fünf Monate alte Kind zurzeit sehr schwach ist und intensiver Betreuung bedarf. Das Nachrichtenorgan der Menschenrechtsaktivisten in Iran weist in seinem Bericht auch auf die Lage von Frau […] hin, die zu 23 Monaten Haft verurteilt ist und zurzeit mit ihrem Sohn […] der ca. 11 Monate alt ist, ihre Strafe verbüßt. In seinem Bericht erwähnt HRNA auch, dass beide Kinder erkrankt sind und Betreuung sowie der monatlichen Untersuchung bedürfen. [Ein] Kind […] leidet auch unter Ohrenentzündung, so dass die Situation dieser Bürgerinnen auf schnellstem Wege geändert werden muss.

Zu den umfangreichen Menschenrechtsverletzungen an den Bahá’í in der iranischen Stadt Semnan, die von der Bahá’í-Gemeinde Deutschland als besonders intensiv und von den Behörden durchdacht beschrieben werden [vgl. den Bericht zur Lage der Bahá’í in Semnan], heißt es:

Ein Augenzeuge, der nicht genannt werden möchte, sagte der Deutschen Welle: „Die meisten Baha’i in Semnan kommen aus Sangsar und sind hier ansässig geworden. Sie leben und arbeiten hier. Im Vergleich zu Sangsar ist Semnan eine größere Kommune. Die Baha’i in Semnan sind häufig als Optiker tätig oder im Bereich der Computer-Dienstleistung. Aber der Druck auf die Baha’i in Semnan ist groß und wird größer.“

Nach der Aussage dieses Augenzeugen haben die örtlichen Behörden in Semnan nicht offiziell mitgeteilt, dass die Baha’i wegen ihres Glaubens ihre Geschäfte schließen müssen. Aber ihre Gewerbeerlaubnis wird nicht verlängert, und die Geschäfte werden geschlossen. Daher gibt es für sie keine berufliche Sicherheit. Dieser Augenzeuge, der mit den Problemen der Baha’i vertraut ist, ergänzt: „Die Maßnahmen werden ergriffen, um die Baha’i finanziell zu lähmen. Sie erhöhen den Druck solange, bis sie gezwungen sind, Iran zu verlassen. Aber die junge Generation der Baha’i ist in Semnan, Sangsar und auch in anderen Teilen Irans geblieben.“

Auf die Frage, warum der Druck auf die Baha’i in Semnan erhöht wurde, antwortete dieser Augenzeuge wie folgt: „Ich glaube, die Hauptursachen dafür sind die Tatsache, dass die wichtigen und wirksamen Kräfte der Baha’i zum großen Teil aus Semnan und Sangsar gekommen sind und die Baha’i aus Sangsar führend gewesen sind. Zugleich sind der Geheimdienst und der Sicherheitsdienst in Semnan sehr stark und von fanatischen Mitgliedern besetzt.“

Die Deutsche Wellle berichtet ferner, dass unter den inhaftierten Bahá’í häufig Ehepaare oder Mitglieder einer Familie sind, die zusammen festgenommen werden. Dadurch seien ihre Kinder auf sich gestellt und ohne Betreuung. Die Mütter zögen es daher vor, ihre Kinder mit ins Gefängnis zu nehmen.

Die Internationale Bahá’í-Gemeinde bestätigte unterdessen, dass die beiden Frauen am 22. September 2012 zusammen mit ihren Kleinstkindern in Haft genommen wurden.

One of the women’s sentence of 5 years and ten months was commuted to two and a half years on appeal. Her husband was recently also sentenced to one year imprisonment. The second woman’s sentence of seven years was reduced to 23 months by a court of appeal.

[Die Zitate aus dem Bericht der Deutschen Welle wurden ins Deutsche übersetzt. Die Namen der Betroffenen haben wir dabei unkenntlich gemacht.]