Stellungnahmen

Religionsübergreifender Appell an iranische Führung

Kamalabadi wird nach knapp zehn Jahren ungerechter Haft Ende Oktober freigelassen. Hier wird sie von Familienangehörigen vor dem Evin-Gefängnis in Empfang genommen.

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Der Runde Tisch der Religionen in Deutschland appelliert zum iranischen Neujahrsfest in einem offenen Briefan die iranische Führung, dass Christen und Bahá’í „der ihnen durch die Menschenrechte zugesagte Schutz gewährt werde“.

„Andersdenkende und Andersgläubige sind besonders schutzbedürftig“, schreibt das religionsübergreifende Gremium hochrangiger Repräsentanten der großen Religionsgemeinschaften in Deutschland. „Wir denken insbesondere an Menschen christlichen Glaubens und an Bahá’í. Letztere sind nach jüngsten Medienberichten besonders in der Provinz Semnan Übergriffen ausgesetzt“, heißt es in dem Schreiben vom 14. März an Ayatollah Khamenei zum Nawruz-Fest 1392.

Der Brief wurde unterzeichnet von Repräsentanten aus der evangelischen, katholischen und orthodoxen Kirche sowie aus dem Buddhismus und der Bahá’í-Religion. Sie sendetendem religiöser Führer und dem gesamten iranischen Volk Glückwünsche zum Neujahrsfest. „Nawruz verkörpert eine weltweit geschätzte iranische Tradition zum Frühlingsanfang, die immer wieder mit dem Gedanken der Erneuerung in Verbindung gebracht wird.“ Vielen Menschen bleibe an Nawruz nur die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Auch zahlreiche Bürger des Iran lebten von der Hoffnung, dass ihnen elementare Menschenrechte gewährt werden, schrieb der Runde Tisch der Religionen.

Im Wortlaut: Offener Brief an Ayatollah Khamenei