Medienberichterstattung

Keine Anzeichen für Veränderungen im Iran

Der Aachener Bundestagstagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) zeigt seine Unterstützung für den im Iran inhaftierten Behrouz Tavakkoli.

„Auch nach der Wahl des neuen Präsidenten Rohani sehen die Bahai noch keine Anzeichen für eine Veränderung ihrer bedrohlichen Situation“, berichtet der Hörfunk-Journalist Frank Aheimer in der gestrigen Sendung „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“ im Deutschlandfunk. Erst Anfang des Jahres hatte Ayatollah Ali Khamenei erneut eine Fatwa gegen die Bahai ausgesprochen, so Aheimer. „Irans oberster geistlicher Führer drängt darin die Iraner alle Geschäfte mit Mitgliedern der Bahai zu unterbinden.“ Aheimer zitiert den Iran-Experten Dr. Wahied Wahdaht-Hagh wie folgt:

Wenn die Iraner das ernst nehmen würden und dem folgen würden, hieße das die totale Isolation der größten religiösen Minderheit in einem Land. Auf jeden Fall ist das ein staatlicher Befehl, dass die Iraner und die Muslime keinen Kontakt mit Bahais haben dürfen. Das führt natürlich zu gesellschaftlichem Hass. Das heißt, man versucht die Bahai so zu dämonisieren in der Gesellschaft, in den Medien, bei den Freitagspredigten, dass die Bevölkerung diese Propaganda übernimmt.

Jüngstes trauriges Beispiel für die fortwährende Welle an Hasspredigten stammt aus dem südiranischen Bandar Abbas. Hier wurde am 24. August der Bahá’í Ataollah Reswani hinterrücks erschossen in seinem Wagen aufgefunden. Diane Alai, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf, sieht die Ermordung des in der Stadt wegen seines bürgerschaftlichen Engagements und seiner beruflichen Qualifikationen als Experte für Wasseraufbereitung bekannten Bahá’í als „unmittelbare Folge einer staatlichen Kampagne“.

Die iranische Regierung hat schon seit vielen Jahren eine Kampagne laufen, bei der Hass geschürt wird gegen die Mitglieder des Bahai-Glaubens. Dabei wurden alle Mittel genutzt, nicht nur die Medien, sondern auch in den Moscheen und durch Seminare und das Veröffentlichen von Büchern und Artikeln. Sie haben auch das Fernsehen genutzt, Radiosender und Webseiten – ich meine, alles, was die Regierung zur Hand hatte – wurde eingesetzt.

Den gesamten, sechsminütigen Beitrag können Sie nachhören.

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