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Erzbischof lobt Mut von Ayatollah Abdol-Hamid Masoumi-Tehrani

Der Aachener Bundestagstagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) zeigt seine Unterstützung für den im Iran inhaftierten Behrouz Tavakkoli.

Hochrangige Geistliche der anglikanischen Kirche loben den „Mut“ und die „Bedeutung“ von Ayatollah Abdol-Hamid Masoumi-Tehranis Tat, der den Bahá’í die Kalligrafie eines Verses aus den Heiligen Schriften  des Religionsstifters Bahá’u‘lláh, als Geschenk überreichte.

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London, 15.04. 2014 – Zwei hochrangige Geistliche der anglikanischen Kirche lobten die bahnbrechende Tat des iranischen Ayatollahs, der letzte Woche zu religiöser „Ko-Existenz“ aufrief indem er den Bahá’í der Welt und insbesondere den iranischen Bahá’í eine schmuckvolle Abschrift eines Abschnitts ihrer heiligen Texte überreichte.

Lord Rowan Williams of Oystermouth, ehemaliger Erzbischof von Canterbury sagte, dass das Geschenk von Ayatollah Abdol-Hamid Masoumi-Tehrani von „immenser Bedeutung sei“.

“Es ist nicht nur eine persönliche großzügige Geste, sondern steht auch für eine  Gruppe in der islamischen Welt, die im besten Sinne und sehr kreativ all das würdigt, was Menschen dazu verhilft, dem Ruf Gottes für Frieden und Verständnis zu folgen“, sagte Dr. Williams.

“Mit vielen anderen Menschen aller Glaubensrichtungen werde ich dafür beten, dass dies eine Kehrtwende in der Einstellung des Iran gegenüber der Bahá’í-Gemeinde herbeiführen möge und ich danke für den Mut und die Großzügigkeit, die zu diesem Geschenk angeregt haben.“

988_01Zuvor hatte Christopher Cocksworth, Bischof von Coventry, gesagt, es habe ihn „sehr ermutigt“ von dem Geschenk von Ayatollah Tehrani an die Bahá’í zu erfahren.

“Angesichts des systematischen und fortdauernden Leids, das die Bahá’í-Gemeinde im Iran erfahren hat, ist dies ein denkbar mutiger Schritt eines hochgestellten iranischen Islam-Gelehrten“, sagte Dr. Cocksworth am 9. April.

“Die Tat des Ayatollah Tehrani erinnert uns daran, dass religiöse Führer  trotz der entmenschlichenden Beschaffenheit vieler heutiger Konflikte die gemeinsame Verantwortung tragen, Religions- und Glaubensfreiheit zu stärken und einen tieferen Respekt für die menschliche Würde zu fördern,” sagte Bischof Cocksworth, der leitende Bischof für Außenpolitik der anglikanischen Kirche im Oberhaus.

Am 7. April 2014 veröffentlichte Ayatollah Tehrani eine Fotografie des Werkes auf seiner Webseite und erklärte in einer persönlichen Stellungnahme (Link zur Englischen Übersetzung)was er mit der schmuckvollen kalligrafischen Ausarbeitung einzelner Verse des „heiligsten Buches“ von Bahá’u’lláh, dem Kitab-i-Aqdas, beabsichtigte.

“Und nun, am Anfang dieses neuen Jahres 1393 (2014), übergebe ich dieses kostbare Symbol – Ausdruck der Sympathie und Fürsorge meinerseits und im Namen aller wohlmeinenden Mitbürger, die andere für ihr Menschsein und nicht für ihre Religion oder der Form ihres Gottesdienstes wertschätzen – allen Bahá’í und insbesondere den Bahá’í im Iran, die auf so vielfältige Weise unter blinden religiösen Vorurteilen gelitten haben“, sagte Ayatollah Tehrani.

Die Nachricht über dieses Ereignis verbreitete sich letzte Woche rasch über Nachrichtenagenturen und diverse soziale Netzwerke.

Zusätzlich veröffentlichte Christian Solidarity Worldwide (CSW), die sich für Religionsfreiheit einsetzt, am Freitag eine Stellungnahme, in der sie Ayatollah Tehranis Handlung lobte.

„Ayatollah Tehranis freundliche Geste gegenüber der Bahá’í-Gemeinde ist gerade in einer Zeit, in der die Gemeinde aktiv unter Beschuss steht und durch das iranische Regime verunglimpft wird, besonders willkommen“, sagte CSWs Geschäftsführer Mervyn Thomas.

“Dutzende von Bahá’í verkümmern im Gefängnis und die Gemeinde ist Angriffen, Verfolgung und Einschüchterung ausgesetzt. CSW drängt Präsident Rouhani der integrierenden Haltung des Ayatollah nachzueifern, indem er für die Rechte der Bahá’í-Gemeinde als gleichwertige Bürger eintritt und Religions- und Glaubensfreiheit für alle religiösen Gemeinden sicherstellt.“

Die Herstellung und Überreichung des Geschenkes von Ayatollah Tehrani erfolgte unter großem persönlichen Risiko, da die iranische Regierung sich weigert, den Bahá’í-Glauben als Religion anzuerkennen und die Bahá’í seit der Islamischen Revolution 1979 systematisch verfolgt.