Stellungnahmen

Höchste Körperschaft der Bahá’í preist den „Ruf nach Gerechtigkeit“ im Iran

In einem am 13. Mai veröffentlichten Brief am Vorabend des sechsten Jahrestages der Verhaftung und Inhaftierung der sieben Mitglieder der iranischen Bahá’í-Führung sprach das Universale Haus der Gerechtigkeit, die höchte Körperschaft der weltweiten Bahá’í-Gemeinde, von einem lauter werdenden „Ruf nach Gerechtigkeit“ im Iran. Der Brief wurde vor dem Hintergrund einer andauernden und schwerwiegenden Unterdrückung der Bahá’í-Gemeinde im Iran verfasst, der größten nicht-muslimischen religiösen Minderheit des Landes.

Sitz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, der gewählten höchsten Körperschaft der weltweiten Bahá'í-Gemeinde in Haifa, Israel.

Sitz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, der gewählten höchsten Körperschaft der weltweiten Bahá’í-Gemeinde in Haifa, Israel.

 

Haifa, Israel, 14. Mai 2014 – Der an die Bahá’í im Iran gerichtete Brief (hier in englischer Sprache abrufbar) pries die Entwicklung, wonach das Leid der Bahá’í zunehmend Thema der Öffentlichkeit werde:

„Wie erfreut sind wir zu sehen, dass durch die selbstlosen und mutigen Taten Einzelner, die für ihr Heimatland Fortschritt anstreben, die Kultur friedlichen Zusammenlebens zwischen den Völkern und Religionen, so wie es in der Vergangenheit Tradition war, eine Renaissance erlebt. … Förderer von Gerechtigkeit, Künstler, Staatsmänner, Denker und andere aufgeklärte Bürger des Iran und sogar politische Gefangene brechen aus ihren Gefängniszellen ihr Schweigen … Dieser Ruf nach Gerechtigkeit, der zunächst in den abgelegenen Regionen dieser Welt anhob und in den allmählich Stimmen von Iranern, die außerhalb ihres Heimatlandes leben, einstimmten, schwillt nun zu einem neuen und bisher beispiellosen Ausmaß innerhalb des Iran an.“

Die höchste internationale Körperschaft dieser mit über fünf Millionen Anhängern weltweit verbreiteten Religionsgemeinschaft erinnerte die Bahá’í im Iran auch daran,

„dass abgesehen von der Anerkennung der Ungerechtigkeit, die über Sie hereinbrach, sich die aufgeklärten Mitbürger mehr und mehr der Prinzipien, die Sie verkörpern und nach denen Sie leben und die das Mittel der Wiederherstellung jeder Gesellschaft ist, bewusst werden. Prinzipien wie die Unantastbarkeit der menschlichen Würde, die Einheit der Menschheit ungeachtet des Stammes, der Rasse oder des Glaubens, die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, die Freiheit von Vorurteilen, die Verpflichtung zu Wissen und Bildung, die Abschaffung extremen Reichtums und extremer Armut, das Einschränken der Gier, die Harmonie von Glaube und Vernunft — dies sehen sie zunehmend als wesentlich für eine fortschrittliche Zukunft an.“

Das Universale Haus fügte hinzu, dass das „Erwachen“ des Bewusstseins im Iran „nicht unterschätzt werden sollte.“

“Sie wissen sehr wohl, dass es für jede veröffentlichte Stellungnahme der Unterstützung für Sie und diese Prinzipien viele weitere Personen gibt, die dieselben Gefühle im privaten Bereich äußern und die derzeit im Licht der aktuellen Umstände lernen, ihre Meinung offen zu sagen und sich denjenigen anschließen, die für Ihre Rechte eintreten und sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen … Bedenken Sie, wie die falsche Darstellung, die die marode Denkweise von Menschen mit Vorurteilen und die beschränkten Konzepte der Fanatiker ausgeheckt haben und für die sie seit 170 Jahren so beflissen wirken, sich innerhalb nur weniger Jahre in breiten Kreisen als vollkommen falsch herausgestellt hat.“

Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York, sagte, dass der lauter werdende Ruf nach Gerechtigkeit für die iranischen Bahá’í ein Licht der Hoffnung im Herzen aller unterdrückten Menschen im Iran entzünde. „Die Unterstützung unserer Mitgläubigen im Iran, die man über die letzten paar Jahre beobachten konnte und die über die letzten Jahre in der Tat ständig zugenommen hat, ist beispiellos“, sagte Dugal. “Wir preisen die mutigen Frauen und Männer, die sich heute unter erheblichem Risiko für die iranischen Bahá’í zu Wort melden.“