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Haltlose Anklage gegen jemenitischen Baha’i nach 14 Monaten strenger Haft

Durch Rechtsbeugung haben Behörden in Jemen Hamed Kamal bin Haydara, einen jemenitischen Staatsbürger angeklagt, für Israel spioniert und Muslime zum Baha’i-Glauben konvertiert zu haben. Diese Anschuldigungen werden zu Beginn des zweiten Jahres seiner Inhaftierung vorgebracht. Während dieser Zeit ist Herr bin Haydara ohne Anklage festgehalten worden und musste verschiedene Arten der Folter sowie harsche psychologische Misshandlungen über sich ergehen lassen.

Herr bin Haydaras Ehefrau hat der Reuters Nachrichten-Agentur mitgeteilt, dass ihr Mann in der Gefangenschaft schwer gefoltert wurde, um von ihm ein Geständnis zu erpressen, das zu erhalten, den Behörden nicht gelungen war. Nun leidet Herr bin Haydara infolge der Folter unter chronischen Gesundheitsproblemen.

„Die Anschuldigungen gegen Herrn bin Haydara sind haltlos und unsinnig. Sie werden jetzt, nach mehr als ein Jahr der Misshandlung, einschließlich Einzelhaft, vorgebracht. Während dieser Zeit haben die Behörden privat mehrfach ihre religiösen Motive für die Inhaftierung zugegeben“, sagte Bani Dugal, Sprecherin der Internationalen Baha’i-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York.

„Herr bin Haydara ist ein geachteter und aufrichtiger Familienvater, der kein Gesetz übertreten hat. Es ist ein Grundsatz der Baha’i, dass sie nicht missionieren, und alle einheimischen Jemeniten, die den Baha’i-Glauben angenommen haben, haben dies aus eigener Überzeugung getan“, ergänzte Frau Dugal.

„Die Beschuldigung der Spionage für Israel ist eine groteske Verfälschung der Realität“, sagte Frau Dugal. „Die historischen Gegebenheiten, die zur Errichtung des administrativen und geistigen Zentrums des Bahá’í-Glaubens geführt haben, geschahen lange vor der Existenz des Staates Israel.“

Gehorsam und Loyalität gegenüber der eigenen Regierung ist ein zentrales Prinzip der Baha’i-Lehren, und die Vorstellung, dass Baha’i spionieren würden, ist völlig absurd“, sagte Frau Dugal.

„Baha’i gehören seit Jahrzehnten zu Jemen und sind in der gesamten arabischen Region, ja in der ganzen Welt, für ihre friedfertige Haltung und ihre Einstellung des selbstlosen Dienens für die Gesellschaft bekannt.“

Frau Dugal ergänzte, dass die Internationale Baha’i-Gemeinde dieses gesetzwidrige Vorgehen gegen Herrn bin Haydara verurteilt und seine unverzügliche Freilassung fordert. Die Anschuldigungen seien gänzlich fingiert und entbehren jeder Spur eines Beweises. Diese Kommentare kommen gerade während Anschuldigungen der Behörden, dass Herr bin Haydara kein jemenitischer Staatsbürger sei und seinen Namen gefälscht habe, um in das Land zu kommen.

Herr bin Haydara ist auf der Insel Socotra in Jemen geboren und hat als Bürger in diesem Land gelebt. Sein Vater, ein Arzt, ist in den 1940er Jahren aus Iran nach Jemen gekommen. Der Mahra-Sultan von Qishn und Socotra hat ihm in Anerkennung seiner herausragenden Dienste für die Armen die jemenitische Staatsbürgerschaft verliehen. Die Staatsbürgerschaft wurde selbstverständlich und gesetzlich auf seinen Sohn übertragen. Der Sultan hat dem Vater von Herrn bin Haydara seinen jemenitischen Namen als eine Ehre und in Anerkennung seines Respektes für seine Wahlheimat gegeben.

„Herr bin Haydara ist ein liebevoller Ehemann und Vater von drei jungen Mädchen, und er ist ein loyaler Büger Jemens“, fuhr Frau Dugal fort. „Aber der vielleicht ironischste und aufschlussreichste Aspekt dieser Anschuldigung ist, dass die Behörden Herrn bin Haydara dafür verurteilt haben, dass er einen ‚hohen moralischen Standard demonstrierte‘, wodurch er das Vertrauen seiner Mitbürger gewonnen hat.“