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Terror gegen Charlie Hebdo – Mahnmal für unser Miteinander

18.000 Menschen gedenken am Brandenburger Tor in Berlin den Opfern der Anschläge in Paris. (Foto: Der Tagesspiegel)18.000 Menschen gedenken am Brandenburger Tor in Berlin den Opfern der Anschläge in Paris. (Foto: Der Tagesspiegel)

Die Bahai in Deutschland teilen den Schmerz der Angehörigen der Opfer der entsetzlichen Terroranschläge in Paris vom vergangenen Freitag: Mitarbeiter der Redaktion von Charlie Hebdo, Besucher in einem Geschäft jüdischer Bürger und Polizisten. Unsere Anteilnahme gilt allen Opfern und ihren Angehörigen – unter ihnen  Menschen christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens. Die überwältigende Solidarität der letzten Tage und die Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin vom Dienstag haben über aller Trauer und allem Entsetzen auch nicht übersehbare Zeichen gesetzt, die unsere Gesellschaft weiterhin beschäftigen müssen.

Vielen Menschen ist bewusst geworden, dass diese Schreckenstat nicht nur ein Angriff auf unsere Meinungsfreiheit ist. Sie muss auch als Versuch eines Angriffs auf den friedlichen Kern der Religion schlechthin gedeutet werden. Durch religiösen Fanatismus motivierte Gewalttaten greifen alle friedliebenden Menschen und auch deren religiöse Überzeugungen an, die gemeinsam zur Zielscheibe des Terrors gemacht werden sollen. Im Kern jeder Religion – gleich welchen Namens – ist das Streben nach friedlichem  und gerechtem Zusammenleben als im Glauben verankerte Verpflichtung angelegt. Auch der Islam hat über weite Zeiträume seiner Geschichte hinweg diese Kraft unter Beweis gestellt. Verschiedene Entwicklungen – so auch die Folgen weltumspannender Verteilungskämpfe in einer globalen Welt – haben zu Verwerfungen geführt, die Fanatismus und Gewalt fördern und immer mehr Menschen von dem ursprünglichen Anliegen ihrer Religion wegtreiben.

Die geistig-spirituellen Nöte unserer Zeit und die großen ungelösten sozialen Probleme der Welt lassen nach unserer Auffassung keinen Raum dafür, einzelne Religionen mit dem Blick auf die Geschichte auf- oder abzuwerten. Dies gilt besonders auch für Deutschland, wo das gesellschaftliche und religiöse Miteinander und die Zusammenarbeit aller Menschen ein Hauptanliegen bleiben muss. Mögen die Ereignisse der letzten Tage als Mahnmal wirken und als entschieden Absage in unserem Land gegenüber allen Arten von Rassismus, gegenüber Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.