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Haftreduzierung für Baha’i-Führung im Iran

(stehend v.l.n.r.) Fariba Kamalabadi, Vahid Tizfahm, Jamaloddin Khanjani, Afif Naemi, Mahvash Sabet; (sitzend v.l.n.r.) Behrouz Tavakkoli, Saeid Rezaie(stehend v.l.n.r.) Fariba Kamalabadi, Vahid Tizfahm, Jamaloddin Khanjani, Afif Naemi, Mahvash Sabet; (sitzend v.l.n.r.) Behrouz Tavakkoli, Saeid Rezaie

Die internationale Baha’i-Gemeinde hat die Haftreduzierung für das ehemalige Führungsgremium der Baha’i im Iran bestätigt. Gleichzeitig erhöhen die Sicherheitsorgane den Druck auf die Baha’i-Gemeinde.

Die bereits im Internet kursierende Nachricht von einer Haftreduzierung für das siebenköpfige ehemalige Führungsgremium der iranischen Baha’i, der sogenannten Yaran, ist vergangenen Freitag von der Bahá’í International Community (BIC) bestätigt worden. Die Anwälte der Yaran, Frau Haydari und Herr Dehghan, gaben bekannt, dass aufgrund ihres Bemühens um die Anwendung des Artikels 134 des neuen Islamischen Strafgesetzes (New Islamic Penal Code) die Haftstrafe der Yaran auf 10 Jahre reduziert wurde.

„Dies bildet für die sieben Yaran sicherlich einen Hoffnungsschimmer, wenngleich durch die Reduzierung einer ungerechtfertigten Haftstrafe wohl kaum ein Gefühl der Gerechtigkeit aufkommen kann. Wir können nur hoffen, dass die Hafterleichterung Bestand hat“, sagt Prof. Ingo Hofmann, Sprecher der Baha’i-Gemeinde in Deutschland.

Neben laufenden öffentlichen Hasskampagnen, Schändung von Baha’i-Friedhöfen, willkürlichen Inhaftierungen, Razzien und Straflosigkeit für Gewalttaten gegen Baha’i wird nun staatlicherseits gezielter wirtschaftlicher Druck auf die Baha’i im Iran eingesetzt. In den vergangenen Wochen und Monaten waren die Baha’i Ziel einer anhaltenden Welle von landesweiten Geschäftsschließungen in einer Reihe von Städten. Zudem wird jungen Baha’i gezielt das Recht auf höhere Bildung verwehrt, in dem die iranische Regierung die Baha’i systematisch daran hindert, an staatlichen Universitäten zu studieren oder zu unterrichten. Aber sie unterrichten und sie studieren trotzdem im Rahmen von Selbsthilfe und haben das Baha‘i Institute for Higher Education (BIHE) gegründet. Eine Bildungsinitiative, mit Hunderten von Studenten im Iran und Duzenden Dozenten im Iran und weltweit, die jungen Menschen eine Perspektive im Leben gibt. Am 6. Juni 2011 gab jedoch die Iranian Student News Agency bekannt, dass das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Technik selbst diese eigene Anstrengung der iranischen Baha’i, ihrer Jugend höhere Bildung zukommen zu lassen, für illegal erklärte. Noch immer werden Baha’i wegen ihrer Aktivitäten für BIHE inhaftiert, wie ein aktueller Fall zeigt.

Zwei Dozenten des Baha’i Institute for Higher Education“ (BIHE) mit ihrem Sohn. Das Ehepaar, Herr Payman Koushk-Baghi und Frau Azita Rafizadeh wurden für ihre Lehrtätigkeit am BIHE zu vier bzw. fünf Jahren Haft verurteilt. Ihrem sechsjährigen Sohn Bashir wird in dem Moment die elterliche Fürsorge entzogen, sobald das Urteil gegen seinen Vater vollstreckt wird. Der Fall von Bashir und seinen Eltern ist kein Einzelfall. In der Vergangenheit wurden Herr Kamran Rahimian und seine Frau Faran Hessami, aufgrund ihrer Tätigkeit beim BIHE inhaftiert, so dass ihr zweijähriges Kind bei Verwandten untergebracht werden musste.

Zwei Dozenten des Baha’i Institute for Higher Education“ (BIHE) mit ihrem Sohn. Das Ehepaar, Herr Payman Koushk-Baghi und Frau Azita Rafizadeh wurden für ihre Lehrtätigkeit am BIHE zu vier bzw. fünf Jahren Haft verurteilt. Ihrem sechsjährigen Sohn Bashir wird in dem Moment die elterliche Fürsorge entzogen, sobald das Urteil gegen seinen Vater vollstreckt wird.

Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte zeigt die Baha’i-Gemeinde am 9. Dezember im Berliner Kino Babylon den Film „To Light a Candle“.  Die Dokumentation des preisgekrönten iranischen Filmemachers und Journalisten Maziar Bahari handelt von der andauernden Verfolgungsgeschichte der Baha‘i im Iran und der Errichtung des BIHE. Eine Geschichte der Widerstandsfähigkeit und Hoffnung.

Mehr zur Veranstaltung am 9. Dezember 2015 auf Facebook.