News

Appell an Iran  – UN Kinderrechtsausschuss fordert besseren Schutz für Bahá’í-Kinder

Mit Behrooz Tavakkoli ist nun das dritte Mitglied der Yaran nach knapp einem Jahrzehnt unschuldiger Inhaftierung frei.

In einem Bericht von Anfang Februar äußerte das 18-köpfige Gremium unabhängiger Experten seine Sorge über die Diskriminierung religiöser Minderheiten im Iran. Die im Abkommen über die Rechte des Kindes verbrieften Rechte, denen sich der Iran verpflichtet hat, würden vielen solcher Kinder vorenthalten.

„Kinder von Baha’i werden in Schulen ausgesondert, böswillig ausgegrenzt, gemieden und in ihren eigene Klassenräumen bedrängt, weil sie Baha’i sind. Nicht selten werden sie innerhalb des Unterrichts von ihren eigenen Lehrern eingeschüchtert und angehalten, zu schweigen, während ihre Lehrer Unwahrheiten über ihre Religion verbreiten. Sagen sie doch ihre Meinung, folgt oft der Schulverweis. Jugendliche werden systematisch seitens der Regierung von Hochschulbildung ausgeschlossen. Die wenigen, die sich einschreiben konnten, werden exmatrikuliert, sobald bekannt wird, dass sie Baha’i sind“, so der Sprecher der Baha’i-Gemeinde in Deutschland, Prof.  Ingo Hofmann.

Nun hat der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen an den Iran appelliert, dieser Praxis ein Ende zu setzen. In seinem Bericht forderte der Ausschuss den Iran eindringlich auf, es zu unterlassen, Baha’i-Kinder in Schulen zu identifizieren, sie einzuschüchtern und von Schulen zu verweisen.

Der Ausschuss sei besonders betroffen über „die Belästigungen, Einschüchterungen und Inhaftierungen von Angehörigen des Bahá’í-Glaubens, einschließlich ihrer Kinder, allein wegen ihrer Religionszugehörigkeit.” Unter anderem richtete der Ausschuss in seinem Bericht sein Augenmerk auf die Praxis des Iran, Kinder zusammen mit ihren Müttern zu inhaftieren und fügte hinzu, dass „Berichten zufolge, einige der Kinder aufgrund der schlechten Lebensumstände, denen sie im Gefängnis ausgesetzt sind, Gesundheitsprobleme entwickelt haben.“

„Die Baha’i-Gemeinde in Deutschland begrüßt diese Stellungnahme und hofft, dass dadurch eine verstärkte Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit den Kindern der Baha’i und anderen betroffenen Minderheiten zu Gute kommt“, so Hofmann.

Der vollständige Bericht der Baha’i International Community (BIC) kann hier nachgelesen werden.