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Bahá’i fordern von Präsident Rohani ein Ende ihrer wirtschaftlichen Unterdrückung.

Präsident Hassan Rohani (li) und Bani Dugal (re.), Sprecherin der Internationalen Bahá'í-Gemeinde am Sitz der Vereinten Nationalen in New York.Präsident Hassan Rohani (li) und Bani Dugal (re.), Sprecherin der Internationalen Bahá'í-Gemeinde am Sitz der Vereinten Nationalen in New York.

Zum Beginn der 71. Generalversammlung der Vereinten Nationen am 13. September und der jährlichen Allgemeinen Debatte in der Generalversammlung am 20. September hat die Internationale Bahá‘í-Gemeinde in einem Brief an den iranischen Präsidenten Hasan Rohani gefordert, die ernste wirtschaftliche Unterdrückung der Bahá‘í in seinem Land zu beenden.

Der Brief, unterzeichnet von Bani Dugal als Repräsentantin der „Bahá’í International Community“ (BIC) bei den Vereinten Nationen, zeigt auf, wie seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 die Bahá‘í im Iran das Ziel zahlreicher und anhaltender Formen der Unterdrückung sind. Darunter die ökonomische Strangulierung, die sich seit seiner Wahl nur verschlechtert hat.

„Der Brief prangert die wirtschaftliche Ausgrenzung der Bahá’í auf Grund ihres Glaubens an, die Ausdruck einer Politik der systematischen Unterdrückung von staatlicher und klerikaler Seite ist. Sie ist begleitet durch eine Flut von Hasskampagnen in den öffentlichen oder halb-öffentlichen Medien mit dem Ziel die Bahá’í zu dämonisieren und damit gesellschaftlich auszugrenzen“, so Prof. Ingo Hofmann, Sprecher der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland.

Die BIC weist in ihrem Brief auf den starken Widerspruch zwischen einerseits dem Anspruch der iranischen Regierung auf wirtschaftliche Gerechtigkeit und Abbau der Ungleichheit im Land und andererseits der fortgesetzten Taktik, ein Segment der eigenen Bevölkerung in die Armut und damit an den Rand der Gesellschaft zu treiben. Die wirtschaftliche Kampagne der Unterdrückung umfasst: Berufsverbot im öffentlichen Bereich, ergänzt durch ein Hochschulverbot, gravierende Einschränkungen auf dem privaten Sektor, Ausschluss aus einem weiten Feld von Handel und Berufen, bei denen das islamisch begründete Argument „religiöser Unreinheit“ angebracht werden kann, schließlich erzwungene Ladenschließungen mit Lizenzentzug.

„Die Bahá’í sollen auf diesem Weg zu den Parias der iranischen Gesellschaft gemacht werden“, so Hofmann.

Der Brief richtet an den Präsidenten die gezielten Fragen: Wie können diejenigen, die für die finanziellen, gesellschaftlichen, humanitären und psychologischen Konsequenzen dieser Diskriminierung verantwortlich sind, ihr Tun rechtfertigen? Wie kann der Anspruch, eine gerechte und fortschrittliche Gesellschaft zu wollen, inmitten einer derart systematischen Ungerechtigkeit aufrechterhalten werden?

So fordert die BIC in dem Brief von Präsident Rohani eine dringende Überprüfung der Situation der Bahá’í und die längst überfällige Verbesserung ihrer Lage.

Den Brief an Präsident Hassan Rohani können Sie in persischer Sprache hier lesen.

Den Brief an Präsident Hassan Rohani können Sie in englischer Sprache hier lesen.