Profile der sieben Yárán

 Mahvash Sabet

Mahvash Sabet, 64, ist Lehrerin und war Rektorin einer staatlichen Schule, bevor sie aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Bahá’í-Religion entlassen wurde. Seit 15 Jahren ist sie Rektorin der BIHE (Bahá’í Institute of Higher Education), einer alternativen Hochschule für Bahá’í-Jugendliche.

Sie wurde am 4. Februar 1953 in Ardestan geboren. Als sie in der fünften Klasse war, zog sie mit ihrer Familie nach Teheran. Sie hat einen Abschluss in Psychologie.

Ihre berufliche Laufbahn begann sie als Lehrerin und arbeitete auch an mehreren Schulen als Rektorin. Als qualifizierte Kraft arbeitete sie auch mit dem National Literacy Committee of Iran zusammen. Nach der Islamischen Revolution wurde sie jedoch wie Tausende andere Bahá’í-Lehrer entlassen und ihre weitere Beschäftigung an öffentlichen Schulen unterbunden. Sie und ihr Mann Siyvash Sabet haben zwei erwachsene Kinder.

 

Fariba Kamalabadi

Fariba Kamalabadi, 54, Entwicklungspsychologin und Mutter von drei Kindern, war aufgrund ihres ehrenamtlichen Engagements für die Bahá’í-Gemeinde in den letzten Jahren zweimal inhaftiert worden. Das eine Mal davon verbrachte sie 10 Tage in Isolationshaft. Ihr Vater, ein Arzt, wurde in den 1980-er aufgrund seines Glaubens inhaftiert und gefoltert.

Als Bahá’í-Jugendliche wurde Frau Kamalabadi nicht zum Studium an einer staatlichen Universität zugelassen. Mit Mitte dreißig absolvierte sie ein achtjähriges Studium an der BIHE (Bahá’í-Institute of Higher Education), einer alternativen Hochschule, die von der iranischen Bahá’í-Gemeinde für junge Menschen, die keine Studienplatz erhalten, gegründet wurde.

Fariba Kamalabadi ist mit Ruhollah Taefi verheiratet. Ihr jüngstes Kind ist 20 Jahre alt.

 

Jamaloddin Khanjani

Jamaloddin Khanjani, 83, war ein erfolgreicher Fabrikbesitzer, der sein Unternehmen aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Bahá’í-Religion nach der Revolution 1979 verlor. Seine Ziegelstein-Fabrik – die erste vollautomatisierte im Iran – beschäftigte mehrere hundert Personen bevor sie Anfang der 80-er Jahre geschlossen werden musste. Das ehrenamtliche Engagement von Jamaloodin Khanjani in der Bahá’í-Gemeinde umfasste auch die Mitgliedschaft im Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í im Iran im Jahr 1984, vier seiner neun Mitglieder von der Regierung hingerichtet wurden.

Später gelang es ihm,  einen landwirtschaftlichen Betrieb auf Ländereien, die seiner Familie gehörten, zu errichten. Die Behörden legten ihm jedoch so viele Beschränkungen auf, dass es schwierig war, den Betrieb zu erhalten. Die Beschränkungen erstreckten sich auch auf seine Kinder und Verwandten – Kredite wurden ihren verweigert, ihre Geschäfte wurde geschlossen, ihre Geschäftstätigkeit eingeschränkt und Reisen außerhalb des Iran verboten.

Jamaloddin Khanjani war vor seiner Festnahme 2008 schon mindesten dreimal inhaftiert. Er hat vier Kinder und sechs Enkelkinder.

 

Afif Naemi

Afif Naemi, 55, ist ein Industrieller. Seinen Lebenstraum, Arzt zu werden, musste er aufgeben, da ihm als Bahá’í die Hochschulausbildung verwehrt wurde. Stattdessen wandte er sich einer selbständigen Tätigkeit zu, was eine der wenigen Beschäftigungen ist, die den Bahá’í offen steht, und übernahm die Textil- und Teppichfabrik seines Schwiegervaters.

Er wurde in Yazd geboren. Einen Teil seiner Jugend verbrachte er bei Verwandten in Jordanien, nachdem sein Vater verstorben war. Er ist schon lange im ehrenamtlichen Bahá’í-Dienst tätig. Er unterrichtete Kinderklassen, hielt Studienkreise für Erwachsene ab, unterrichtete an der BIHE und war Mitglied des Hilfsamtes, einer Position, in die er ernannt wurde, um zu inspirieren, zu ermutigen und das Lernen unter den Bahá‘í zu fördern.

Er und seine Frau Shohreh Khallokhi haben zwei erwachsene Söhne.

 

Saeid Rezaie

Saeid Rezaie, 59, ist Ingenieur für Agrarwissenschaft und betreibt schon seit über 20 Jahren ein Geschäft für Landwirtschaftsfahrzeuge in der Provinz Fars. Er ist außerdem für sein umfangreiches Wissen der Bahá’í-Schriften bekannt und Autor mehrerer Bücher.

Er wurde in Abadan geboren und verbrachte seine Kindheit in Schiras, wo er einen Abschluss der Pahlavi University erlangte. Während der 1980-er Jahre, als die Bahá’í stark verfolgt wurden, zog er in den Norden des Iran und arbeitete dort eine Zeit lang als Manager eines landwirtschaftlichen Betriebs. Später zog er nach Kerman und arbeitete dort als Schreiner, weil es für Bahá’í schwierig war, eine offizielle Anstellung zu finden oder Geschäfte zu betreiben.

1985 eröffnete er mit einem Freund eine Firma für Landwirtschaftsmaschinen in der Provinz Fars, die sich erfolgreich entwickelte. Saeid Rezaie dient der Bahá’í-Gemeinde schon seit seiner Jugend. Er unterrichtete viele Jahre lang Kinderklassen und förderte andere Bildungsprojekte.

Er und seine Frau Shaheen Rowhanian haben drei Kinder. Ihre beiden Töchter waren unter den 54 jungen Bahá’í, die 2006 in Schiras während eines Projektes für benachteiligte Jugendliche verhaftet wurden. Ihr Sohn ist 17 Jahre alt.

2006, vor seiner letzten Festnahme im Jahr 2008, wurde Saeid Rezaie verhaftet und für 40 Tage lang in Isolationshaft gehalten.

 

 

Behrouz Tavakkoli

Behrouz Tavakkoli, 65, arbeitete früher als Sozialarbeiter. Er verlor Anfang der 80-er Jahre dann jedoch wegen seines Bahá’í-Glaubens seine staatliche Anstellung. Vor seiner derzeitigen Inhaftierung war er auch schon zuvor Inhaftierungen und Drangsalierungen ausgesetzt. So war er im Jahr 2005 für vier Monate ohne Anklage in Haft und verbrachte die meiste Zeit davon in Einzelhaft, wo er ernsthafte Nieren- und orthopädische Probleme bekam.

Er studierte Psychologie an der Universität und diente zwei Jahre als Leutnant in der Armee. Später bildete er sich weiter und spezialisierte sich auf die Fürsorge für physisch und psychisch Behinderte. Er arbeitete an einer staatlichen Einrichtung, bis er aufgrund seiner Religion entlassen wurde.

Er und seine Frau Tahereh Fakhri Tuski haben zwei Söhne. Einer von ihnen lebt in Kanada, der andere studiert Architektur an der BIHE.

Behrouz Tavakkoli wurde in das örtliche Leitungsgremium in Mashhad gewählt, als er Student der dortigen Universität war. Später diente er in einem ähnlichen Bahá’í-Gremium in Sari, bevor solche Einrichtungen Anfang der 80-er Jahre verboten wurden. Er war auch in verschiedenen Bahá’í-Jugendausschüssen und wurde Anfang der 80-er Jahre als Mitglied des Hilfsamtes ernannt.

Nachdem er aus seiner Anstellung beim Staat entlassen worden war, gründete er in der Stadt Gonbad einen kleinen Laden für Webteppiche, um seine Familie ernähren zu können. Dort bot er auch eine Reihe von Bahá’í-Studienklassen für Erwachsene und Jugendliche an.

 

 

Vahid Tizfahm

Vahid Tizfahm, 44, ist Augenoptiker und besitzt ein Optikfachgeschäft in Täbris, wo er bis Anfang 2008 lebte, bevor er nach Teheran zog. Er wurde in der Stadt Urumiyyih geboren. Mit 18 Jahren zog er nach Täbris, um Optiker zu werden. Später studierte er Soziologie am ABSI, einem Zweig der BIHE. Vahid Tizfahm und seine Frau Furuzandeh Nikumanesh haben einen 13-jährigen Sohn.

Seit seiner Jugend engagiert sich Vahid Tizfahm in verschiedenen Funktionen in der Bahá’í-Gemeinde. Eine Zeit lang war er Mitglied des Nationalen Jugendausschusses. Später wurde er zum Mitglied des Hilfsamtes ernannt, einer Gruppe von Beratern, die die Gemeinden berät und inspiriert. Er unterrichtete auch Kinderklassen.

 

 

(Stand: Mai 2017)