Zerstörungen von Friedhöfen

Seit 2005 sind in Dutzenden Fällen Bahá’í-Friedhöfe geschändet, zerstört oder in Brand gesetzt worden. Ordnungsgemäße Bahá’í-Bestattungen werden durch iranische Behörden immer wieder gestört oder gänzlich unterbunden. 

In den letzten beiden Jahren wurden Bahá‘í-Friedhöfe in Teheran, Ghaemshahr, Marvdasht, Semnan, Sari und Isfahan verunstaltet, dem Erdboden gleich oder der Bahá‘í-Gemeinde sonst wie unzugänglich gemacht. Einige Beispiele aus der jüngeren Zeit:

  • In einem Vorfall religiöser Diskriminierung verboten die iranischen Behörden im August 2011 einer Bahá‘í-Familie in Täbris, eine Verstorbene nach ihren eigenen Regeln zu bestatten. Der Zwischenfall begann, als die Behörden in Täbris der Familie der verstorbenen Frau mitteilten, dass sie nicht im örtlichen Friedhof nach Bahá‘í-Regeln bestattet werden könne. Stattdessen, so sagten sie, würde sie nach islamischem Brauch beerdigt werden. Da der lokale Friedhof stets für Angehörige aller Religionen offen stand und es in der Vergangenheit auch sonst keinerlei Beschränkungen gab, protestierte die Familie der Verstorbenen gegen das Vorgehen der Behörden. Daraufhin ordneten die Behörden die Bestattung nach islamischem Recht an, wobei sie den Leichnam der Frau für 48 Stunden beschlagnahmten, um eine Beerdigung nach Bahá‘í-Recht zu verhindern. Dann teilten die Behörden mit, dass die islamische Beerdigung für einen bestimmten Tag angesetzt ist. Nur der Ehemann dürfe dabei anwesend sein.
  • Im März 2011 wurde der neu eingerichtete Friedhof in Sangsar, Provinz Semnan, der den ortsansässigen Bahá’í zuvor durch die Stadtverwaltung übereignet worden war, von Unbekannten geschändet. Die Gräber wurden mit Dreck überschüttet, Bäume entwurzelt und Räume zerstört.