Medienberichterstattung

Die Baha’i im Iran – zur ganz „legalen“ Verfolgung einer religiösen Minderheit

Menschen demonstrieren am 19. Juni 2011 in Rio de Janeiro am Strand von Copacabana und fordern von den iranischen Behörden, sieben Bahá'í-Häftlinge freizulassen, die der Spionage für Israel beschuldigt und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. © 2011 Ana Carolina Fernandes / AFP / Getty Images

Die Zeitschrift di.wan – Vom Mittleren Osten bis Berlin, eine Publikation im Umfeld der Freien Universität Berlin, bringt in ihrer Juli-Ausgabe einen Beitrag des Islamwissenschaftlers Dr. Sasha Dehghani zur Verfolgung der Bahá’í in der Islamischen Republik Iran.

Dr. Dehghani fragt darin:

In jüngster Zeit werden sogar Kinder in Schulen drangsaliert und nicht einmal vor der Totenruhe der  Baha’i macht die iranische Regierung mehr Halt: Ihre Grabstätten werden mit Bulldozern zerstört, die Leichen aus den Gräbern geholt und angezündet. Eine islamische Regierung, die sich als die Stellvertretung des schiitischen Imamats begreift und ihre eigene Existenz durch das Vorbild von Imam Husayn legitimiert, sollte sich selbst einmal die Frage stellen: Ist ein solches Verhalten gegenüber Kindern und Toten wirklich das Erbe Imam Husayns? Oder sind solche Taten vielmehr Geisteskind eines Yazids b. Muawiya, des zweiten Kalifen der Umayyaden: Denn waren es nicht die Soldaten Yazids, die in Karbala nicht einmal vor den Kindern und Leichen der Schiiten Halt machten?