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„Christen sind Bürger zweiter Klasse“

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Dr. Wahied Wahdat-Hagh, Politikwissenschaftler und Mitarbeiter der „European Foundation for Democracy“ in Brüssel, hat sich heute gegenüber dem katholischen Informationsdienst ZENIT über die Lage religiöser Minderheiten im Iran geäußert. Angehörige von religiösen Minderheiten seien in der Theokratie Bürger zweiter Klasse, teilweise aber sogar vogelfrei, erklärte er.

„Die Christen und die Angehörigen anderer anerkannten Religionen, wie Judentum und Zoroastrier gelten als Dhimmis. Faktisch sind die Dhimmis Bürger zweiter Klasse, weil sie nicht dieselben Rechte haben wie die Schiiten.“

Bezogen auf die Lage der Bahá’í, die einer nicht anerkannten religiösen Minderheit angehören, sagte er:

„Sie gelten als vogelfrei. Das Leben eines Christen ist in der iranischen Rechtspraxis schon weniger wert als das eines Muslims, etwa bei Entschädigungszahlungen nach Verkehrsunfällen. Das Leben der Bahai hat in dieser Auslegung überhaupt keinen Wert. Der Grund dafür ist deren Glaube an eine Offenbarung Gottes, die nach Mohammed erschienen ist. Zudem glauben die Bahai an Gleichberechtigung der Geschlechter und das Gebot, sich für den Weltfrieden einzusetzen. Sie verzichten zudem auf politische Gewalt. Das sind alles Themen, die im fundamentalistisch-totalitären Islam, so wie ihn die Staatsdoktrin im Iran widerspiegelt, ein Tabu ist.“