Medienberichterstattung & News

„Die Menschenrechte sind international“

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Andrea Nüsse berichtet heute im Berliner Tagesspiegel über den Vortrag Shirin Ebadis vom Sonntag im Rahmen der Reihe „Berliner Lektionen“, einer von der Berliner Festspiel GmbH in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann AG veranstalteten Reihe.

Die Einhaltung der Menschenrechte ist das zentrale Thema der iranischen Juristin und Friedensnobelpreisträgerin – und ihre Waffe gegen das Regime. Und die ist ihrer Ansicht nach nicht so stumpf wie manche im Westen meinen. Sie wünscht ruhig mehr westliche Einmischung.

Ebadi stellt dar, dass die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen der iranischen Regierung selbst gegen iranisches Recht verstoßen.

Mit fester Stimme seziert Ebadi die iranische Gesetzgebung und misst sie an den vier großen Menschenrechtskonventionen, die der Iran offiziell als verbindlich anerkennt. Doch Ebadi, die vor der Islamischen Revolution die erste weibliche Richterin des Landes war, weist nach, dass viele iranische Gesetze dagegen verstoßen: Die Aussage eines Mannes gilt vor Gericht so viel wie die von zwei weiblichen Zeugen. Religionen wie die der Bahai werden brutal verfolgt. Sie selbst, die Anwältin, die seit 20 Jahren vor allem Frauen, Kinder und politisch oder religiös verfolgte Menschen verteidigt, habe in ihrer beruflichen Laufbahn noch nicht in einem einzigen Fall einen Mandanten gleich nach seiner Festnahme treffen können. Damit liefert Ebadi einen Einblick in ihre mühsame und gefährliche Arbeit: das Regime immer wieder mit dem eigenen Anspruch zu konfrontieren.