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„Ein Manifest gegen Besserwisserei“

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet hier vom Treffen des Runden Tisches der Religionen in Deutschland aus Anlass des Tags der Religionen in Köln. Der Tag der Religionen wird seit acht Jahren in verschiedenen Städten Deutschlands vom Runden Tisch der Religionen durchgeführt. Ihm gehören neun Repräsentanten aus fünf Religionen an, darunter Dr. Nicola Towfigh für den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland.

„Überlegenheitsgehabe, Besserwisserei und der Vergleich des eigenen Ideals mit der schlechten Praxis der anderen müssen ein Ende haben.“ So heißt es in der Stellungnahme, die der Runde Tisch der Religionen in Deutschland am Donnerstag in Köln verabschiedet hat. Er wendet sich gegen „eine Missionierung und ein Abwerben, die den Religionswechsel durch Gewalt oder Manipulation erreichen wollen“.

„Vertrauen schaffen – Vertrauen wagen. Herausforderungen für die Religionen“ hat der Runde Tisch sein Papier betitelt. Das Gremium fordert unter anderem die vorurteilslose „Aufarbeitung der Konfliktgeschichte der Religionen“, das „interreligiöse Lernen“ in Kindergärten und Schulen, die „Demaskierung extremistischer Organisationen“ und den Respekt vor religiösen Gefühlen.

Dem Vernehmen nach soll die Stellungnahme im nächsten Jahr beim Ökumenischen Kirchentag in München öffentlich diskutiert und dann als Manifest verabschiedet werden.