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Tatort Iran. Die Unterdrückung und Verfolgung der Bahá’í

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Im Rahmen des Forum Langenhain, der Veranstaltungsreihe der Bahá’í-Gemeinde Deutschland am Europäischen Bahá’í-Haus der Andacht in Hofheim-Langenhain, findet am Sonntag, 28. März 2010, 16.00 Uhr, eine Informationsveranstaltung zur Lage der Bahá’í im Iran statt. Der Referent ist Dr. Dr. Neysan Rafat, promovierter Mediziner und Biologe. Rafat gehört der Affiliated Global Faculty (AGF) des Bahá’í Institute of Higher Education im Iran an, die den Bahá’í-Jugendlichen im Iran ermöglicht ein Hochschulstudium zu absolvieren, da sie aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit keine Hochschulzugangsberechtigung vom Staate erhalten.

Das Haus der Andacht der Baháí befindet sich im Herzen Europas - in der Mitte Deutschlands - zwischen Frankfurt/M und Wiesbaden, in Hofheim-Langenhain im Taunus. Foto: bahai.de

Das Haus der Andacht der Bahá'í befindet sich im Herzen Europas - in der Mitte Deutschlands - zwischen Frankfurt/M und Wiesbaden, in Hofheim-Langenhain im Taunus. Foto: bahai.de

Die Lage der religiösen Minderheiten hat sich in den letzten Jahren in der Islamischen Republik Iran zusehends verschlechtert. Besonders betroffen davon ist die größte religiöse Minderheit, die Bahá’í-Gemeinde. Im Ursprungsland der heute mit mehr als fünf Millionen Bahá’í weltweit verbreiteten Religionsgemeinschaft werden ihre 350.000 Anhänger systematisch und staatlich angeordnet verfolgt.

In den letzten Jahren eskalierte die Lage erneut: Dutzende Bahá’í wurden inhaftiert, Hunderte eingeschüchtert und zahllosen Anderen die Perspektive auf eine friedliche Zukunft als Teil der iranischen Gesellschaft genommen. Sie haben kein Recht auf Bildung, unterliegen zahlreichen Berufsverboten oder erhalten keine Pensionen. Die Führung der Bahá’í-Gemeinde ist seit fast zwei Jahren im berüchtigten Evin-Gefängnis inhaftiert. Ihr Prozess wird am 10. April 2010 in Teheran fortgeführt.