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„Der größte Verlust von Intellektuellen, von Sachverstand, von Geist“

Menschen demonstrieren am 19. Juni 2011 in Rio de Janeiro am Strand von Copacabana und fordern von den iranischen Behörden, sieben Bahá'í-Häftlinge freizulassen, die der Spionage für Israel beschuldigt und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. © 2011 Ana Carolina Fernandes / AFP / Getty Images

Susanne Führer interviewt für das Deutschlandradio Kultur die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi über „den Exodus junger Intellektueller in den Westen“. Ebadi selbst lebt derzeit nicht im Iran. „Im Iran kann ich unter keinen Umständen arbeiten. Ich bin im Moment im Ausland viel effektiver“, sagt die Anwältin der sieben Mitglieder der ehemaligen Bahá’í-Führung der iranischen Gemeinde.

Führer: Frau Ebadi, Sie haben gerade gesagt, Sie haben Mandanten im Iran, aber wie verteidigen Sie die denn, wenn Sie weiterhin im Ausland sind? Geht das?

Ebadi: Ich vertrete niemals allein einen Mandanten, wir sind immer ein Team von Verteidigern. Zum Beispiel im Fall der Führer der Bahai/Baha’i-Religion sind wir vier Verteidiger. Da ich nicht in Teheran sein kann, nehmen meine Mitarbeiter die Gerichtstermine wahr. Aber alle Unterlagen werden in Rücksprache mit mir bearbeitet. Wir erarbeiten gemeinsam eine Strategie.