Medienberichterstattung

Fast wie Freiwild

Menschen demonstrieren am 19. Juni 2011 in Rio de Janeiro am Strand von Copacabana und fordern von den iranischen Behörden, sieben Bahá'í-Häftlinge freizulassen, die der Spionage für Israel beschuldigt und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. © 2011 Ana Carolina Fernandes / AFP / Getty Images

Wolfgang Günter Lerch schreibt in der heutigen Printausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein längeres Stück über die Verfolgung der Bahá’í im Iran als auch über die Bahá’í-Gemeinde Deutschland (Seite 10, Zeitgeschehen).

Es gibt keinen Klerus, die Moderne wird ebenso akzeptiert wie die Regeln der zeitgenössischen Zivilgesellschaft. Dies heißt andererseits nicht, dass die Bahai nicht strikte ethische Prinzipien hätten. Besonders viel bedeutet den Bahai das Prinzip der immer wieder erneuerten Offenbarung: Die Botschaft des Monotheismus findet – der veränderten Umstände wegen – immer wieder neue Verkünder. Weltzentrum des Glaubens ist das Universale Haus der Gerechtigkeit in Haifa. Bei den Vereinten Nationen sind die Bahai längst akkreditiert. Und ihr Büro in Berlin hält den Kontakt mit der deutschen Politik; da geht es zumeist um die Verletzung der Menschenrechte in Iran und anderswo.

„Wir enthalten uns jeglicher Einmischungen in die Tagespolitik, dies gehört ausdrücklich zu den Lehren unserer Religion“, sagt Ingo Hofmann, der gegenwärtige Sprecher der deutschen Bahai-Gemeinde für die Menschenrechte. „Um so grotesker sind die Anklagen, die das iranische Regime gegen uns vorbringt.“