Medienberichterstattung

„Die Menschenrechtslage am Nil ist alarmierend“

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Andreas Baum kommentiert im Deutschlandfunk die westlichen Reaktionen auf das Attentat gegen koptische Christen in der Neujahrsnacht, bei der bislang 23 Menschen umkamen.

Nicht nur die Kopten werden unterdrückt, andere Minderheiten haben noch weniger Rechte. In Ägypten herrscht keine echte Religionsfreiheit. Nichtmuslime müssen sich zwischen den beiden anderen anerkannten Religionen – Christentum oder Judentum – entscheiden. Ihre Religionszugehörigkeit wird dann im Pass vermerkt. Angehörige weiterer Glaubensrichtungen wie der Baha’i müssen sich entweder verleugnen oder sie erhalten keine Bürgerrechte. Homosexualität wird in Ägypten als Verbrechen verfolgt. Neuerdings gibt es Berichte über systematische Repressionen gegen Blogger – wer im Internet seine Meinung sagt, findet sich schnell im Polizeigefängnis wieder. Folter ist an der Tagesordnung. All diese Verstöße gegen die Menschenrechte sind seit Jahren bekannt. Dennoch wird Ägypten geschont, zu wichtig ist seine Rolle im Nahost-Konflikt.