Medienberichterstattung

„Situation mancher Minderheiten dramatisch“

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit und Nürnberger Professor für Menschenrechtspolitik, Dr. Heiner Bielefeldt, sieht viele Minderheiten weltweit in ihrer Religionsfreiheit bedroht. Als „dramatisch“ beschreibt Heiner Bielefeldt die Situation in einem Interview gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur, das das Domradio veröffentlicht.

Mir ist die dramatische Situation mancher Minderheiten neu bewusst geworden. Eine Gruppe, die hierzulande wenig im Gespräch ist, möchte ich einmal exemplarisch nennen: die Zeugen Jehovas. In vielen Ländern werden sie massiv bedrängt und sind Opfer von allerlei Verschwörungsphantasien. …

Es gibt außerdem ganz unterschiedliche Verfolgungsmuster – angefangen von bürokratischen Gängelungen über Missionsverbote bis zur Bedrohung an Leib und Leben. Nach wie vor sehr bedrohlich ist etwa die Lage der Bahai im Iran und der Ahmadis in Pakistan, auch christliche Minderheiten erleben in vielen Ländern des Nahen Ostens massive Diskriminierung. Besonders betroffen sind dabei protestantischen Gruppen. Denn sie gelten als Missionskirchen, und Missionstätigkeit stößt in den meisten Ländern des Nahen Ostens auf massive Widerstände des Staates.