Medienberichterstattung

„Situation mancher Minderheiten dramatisch“

Menschen demonstrieren am 19. Juni 2011 in Rio de Janeiro am Strand von Copacabana und fordern von den iranischen Behörden, sieben Bahá'í-Häftlinge freizulassen, die der Spionage für Israel beschuldigt und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. © 2011 Ana Carolina Fernandes / AFP / Getty Images

Der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit und Nürnberger Professor für Menschenrechtspolitik, Dr. Heiner Bielefeldt, sieht viele Minderheiten weltweit in ihrer Religionsfreiheit bedroht. Als „dramatisch“ beschreibt Heiner Bielefeldt die Situation in einem Interview gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur, das das Domradio veröffentlicht.

Mir ist die dramatische Situation mancher Minderheiten neu bewusst geworden. Eine Gruppe, die hierzulande wenig im Gespräch ist, möchte ich einmal exemplarisch nennen: die Zeugen Jehovas. In vielen Ländern werden sie massiv bedrängt und sind Opfer von allerlei Verschwörungsphantasien. …

Es gibt außerdem ganz unterschiedliche Verfolgungsmuster – angefangen von bürokratischen Gängelungen über Missionsverbote bis zur Bedrohung an Leib und Leben. Nach wie vor sehr bedrohlich ist etwa die Lage der Bahai im Iran und der Ahmadis in Pakistan, auch christliche Minderheiten erleben in vielen Ländern des Nahen Ostens massive Diskriminierung. Besonders betroffen sind dabei protestantischen Gruppen. Denn sie gelten als Missionskirchen, und Missionstätigkeit stößt in den meisten Ländern des Nahen Ostens auf massive Widerstände des Staates.