Medienberichterstattung

Bahá’í im Iran riskieren viel, wenn sie studieren wollen

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Julia Herrnböck berichtet im Standard aus Wien Hintergründiges über das Bahá’í Institute for Higher Education (BIHE) und wie es Unterstützung erfährt aus Österreich.

Nach iranischem Recht ist es Angehörigen der religiösen Minderheit seit 1981 verboten, eine Universität zu besuchen. Um die fatalen Auswirkungen einer solchen Beschränkung zu mildern, gründeten einige Professoren 1987 BIHE und unterrichteten die jungen, von den Unis Verbannten in ihren Wohnungen, später auch über das Internet. …

S., geborener Österreicher, ist selbst Bahá’í und unterrichtet seit fünf Jahren Studenten des BIHE im Iran – via Skype und Telefonkonferenzen, an Feierabenden und Wochenenden. …

Bisher wurde die Institution vom Regime zwar argwöhnisch, aber immerhin geduldet. Mehr als 60 Universitäten auf der ganzen Welt akzeptieren die Abschlüsse der Absolventen. Jahr für Jahr bewerben sich rund 1000 junge Iraner für die 17 Studiengänge. Die Hoffnung, zumindest mit einer Ausbildung eine Chance auf einen Job im Iran zu haben, ist groß. Aber nicht nur den Lehrern, auch Unternehmen, die Mitglieder der Bahá’í-Gemeinde anstellen, drohen scharfe Sanktionen.