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„Ich hoffe, dass alle Muslime sich an diese Prinzipien erinnern und diese den Minderheiten garantieren“

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Rund zwanzig Repräsentanten aus Christentum, Judentum, Islam und buddhistischen Religionsgemeinschaften trafen sich am Montag in Brüssel mit Spitzenvertretern der Europäischen Union. Eingeladen hatten Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek und der Präsident des Europäischen Rates Herman Van Rompuy.  Bei dem Gespräch bekannten sie sich nach Angaben der Deutschen Presseagentur zu wechselseitiger Toleranz und zur Freiheit religiöser Minderheiten. In einem Pressekommunique erklärte Barroso:

Es ist unser Ziel und unsere Pflicht, nicht nur in Europa, sondern auch in unseren Nachbarländern nachdrücklich für Demokratie, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit, die Wahrung der Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einzutreten. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir diese Herausforderungen nicht ohne die aktive Mitwirkung der Religionsgemeinschaften bewältigen können. In den heutigen Gesprächen kam erneut zum Ausdruck, dass wir uns alle der Förderung der demokratischen Grundrechte und –freiheiten, einschließlich der Religions- und Glaubensfreiheit, verpflichtet fühlen.

Der muslimische Mufti von Bosnien, Mustafa Ceric, erinnerte an den Massenmord an bosnischen Muslimen und an Zeiten friedlichen Zusammenlebens auch mit Juden. Er mahnte, der Islam garantiere Andersgläubigen ausdrücklich Leben, Religion, Freiheit, Eigentum und Würde:

Ich hoffe, dass alle Muslime sich an diese Prinzipien erinnern und diese den Minderheiten garantieren.

Das Gespräch zwischen der EU und den religiösen Repräsentanten fand im Rahmen des Vertrags von Lissabon statt, nach dessen Artikel 17 die Europäische Union den Auftrag hat, einen „offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog“ mit den religiösen, kirchlichen und weltanschaulichen Gemeinschaften zu pflegen.