Medienberichterstattung

„Unglaubliche Ausmaße der Repression“

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Wolfgang Günter Lerch schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe) über das Zutun Irans bei den gegenwärtigen Unruhen in Syrien. Die Repression habe im Iran selbst „unglaubliche Ausmaße angenommen“, schreibt er und verweist dabei auf die Verfolgung der Derwische und der Bahá’í.

Immer handfester werden die Berichte, die eine Beteiligung der Islamischen Republik Iran an der Niederwerfung der oppositionellen Bewegung, die mittlerweile das gesamte Land erfasst hat, zu belegen scheinen. Iran hat für so etwas die Spezialisten der Pasdaran, der Revolutionsgardisten, die auf allen Gebieten der Unterdrückung auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken können. Freilich können dies auch die berüchtigten syrischen Sicherheitskräfte, doch haben die Iraner ihnen sozusagen eine zusätzliche Erfahrung voraus: Sie haben die Generalprobe der „Arabellion“, die Unruhen im eigenen Land, insbesondere in der Hauptstadt Teheran im Sommer des Jahres 2009, niedergeschlagen; diese sind seither auch nicht wieder aufgeflammt, denn die Repression hat unglaubliche Ausmaße angenommen. Alte Kampfgefährten der Chomeini-Revolution ducken sich längst weg, die Sufi-Orden, die Gemeinschaften der islamischen Mystiker, wie etwa die Nematollahis, werden als „Ketzter“ verfolgt. Auch gegenüber den Bahai hat man den ohnehin schon restriktiven Kurs weiter verschärft.