Stellungnahmen

Christian Solidarity International warnt vor Verlust religiöser Vielfalt

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Die internationale christliche Organisation für Religionsfreiheit, Christian Solidarity International (CSI), hat vor einem drohenden Genozid an religiösen Minderheiten im Nahen und Mittleren Osten gewarnt. Mit Schreiben an US-Präsident Obama, Bundesaußenminister Westerwelle und die Schweizer Bundesrätin Calmy-Rey forderte die Organisation dazu auf, „in der politischen Bewertung des sogenannten ‚Arabischen Frühlings‘ besonders auf das Schicksal von religiösen Minderheiten in der Region zu achten“, hieß es in einer Presseaussendung.

Mit einer speziellen Petition fordert CSI den US-Präsidenten dazu auf, in seiner bevorstehenden Rede zur Lage der Nation die gegen Minderheiten zutage tretenden Völkermord-Tendenzen zu thematisieren. Nach Einschätzung von CSI stehen mehrere Millionen Menschenleben und die Zukunft einer bisher von religiösem Pluralismus geprägten Gesellschaft im Nahen und Mittlerne Osten auf dem Spiel. Zu den bedrohten Minderheiten gehören unter anderem Christen, Juden, Baha’i, Jesiden, Sabäer und Ahmadis.

Faktoren, die das Risiko eines Genozids in der geschichtlichen Erfahrung begünstigen, sind in der Region zwischen Marokko und Pakistan in unterschiedlichem Ausmass vorhanden. Akut gefährdet sind nicht-muslimische Glaubensgemeinschaften im Irak, Iran und Sudan, in Syrien, Ägypten, Pakistan und in den palästinensischen Gebieten. Schon zu Jahresbeginn warnten der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der ehemalige Präsident des Libanons, Amine Gemayal, vor der sich abzeichnenden Gefahr.