Medienberichterstattung

„Brandopfer von Semnan“

Menschen demonstrieren am 19. Juni 2011 in Rio de Janeiro am Strand von Copacabana und fordern von den iranischen Behörden, sieben Bahá'í-Häftlinge freizulassen, die der Spionage für Israel beschuldigt und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. © 2011 Ana Carolina Fernandes / AFP / Getty Images

Wolfgang Günter Lerch schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von Montag (Printausgabe vom 7.1.2013, S.10) ein längeres Stück über die „Brandopfer von Semnan“.

Seit langer Zeit schon, mindestens jedoch in den vergangenen fünf Jahren, ist die Provinzstadt Semnan ein Zentrum der Verfolgung der Bahai. Seither reißen die Klagen über Übergriffe auf Menschen und Einrichtungen, über willkürliche Verhaftungen von Angehörigen dieser Religionsgemeinschaft dort nicht ab. Die Haftgründe sind in der Regel fadenscheinig. … Die Brandopfer von Semnan sind ein alarmierendes Zeichen für eine weitere religiös-ideologische Verhärtung der Islamischen Republik Iran.

Lerch schreibt, dass trotz des Wissens um „jeden einzelnen Fall“ auf Seiten der Vereinten Nationen und  internationaler Menschenrechtsorganisationen das iranische Regime die Vorwürfe der Verfolgung bestreitet, „obwohl die Fakten klar auf der Hand liegen“.

Seit den fünfziger Jahren agitiert eine Gruppe schiitischer Geistlicher unter dem Namen „Hodschatijeh“ vor allem gegen die Bahai. Ziel ist die Ausrottung der „Ketzerei“. Dass im Jahre 1991 von dem Ajatollah Golpayegani ein Erlass herausgegeben wurde, der die Ziele der Hodschatijeh ausdrücklich billigt und vom Revolutionsführer und obersten geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei unterzeichnet wurde, macht deutlich, dass die Verfolgung systematisch und gewollt ist, keinesfalls Ausdruck eines „spontanen Volkszorns“.