Medienberichterstattung

„Brandopfer von Semnan“

Hochrangige Muslime, Regierungsvertreter und Parlamentarier auf der ganzen Welt haben sich der wachsenden Empörung über die ungerechte Beschlagnahmung von Grundstücken der Bahá'í in dem Landwirtschaftsdorf Ivel im Iran angeschlossen. Hier abgebildet sind, im Uhrzeigersinn von oben rechts: Der kanadische Außenminister Marc Garneau, Annika Ben David vom schwedischen Außenministerium, Jos Douma, der niederländische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfragen, Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Shaykh Ibrahim Mogra aus Großbritannien und der brasilianische Parlamentsabgeordnete Frei Anastácio.

Wolfgang Günter Lerch schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von Montag (Printausgabe vom 7.1.2013, S.10) ein längeres Stück über die „Brandopfer von Semnan“.

Seit langer Zeit schon, mindestens jedoch in den vergangenen fünf Jahren, ist die Provinzstadt Semnan ein Zentrum der Verfolgung der Bahai. Seither reißen die Klagen über Übergriffe auf Menschen und Einrichtungen, über willkürliche Verhaftungen von Angehörigen dieser Religionsgemeinschaft dort nicht ab. Die Haftgründe sind in der Regel fadenscheinig. … Die Brandopfer von Semnan sind ein alarmierendes Zeichen für eine weitere religiös-ideologische Verhärtung der Islamischen Republik Iran.

Lerch schreibt, dass trotz des Wissens um „jeden einzelnen Fall“ auf Seiten der Vereinten Nationen und  internationaler Menschenrechtsorganisationen das iranische Regime die Vorwürfe der Verfolgung bestreitet, „obwohl die Fakten klar auf der Hand liegen“.

Seit den fünfziger Jahren agitiert eine Gruppe schiitischer Geistlicher unter dem Namen „Hodschatijeh“ vor allem gegen die Bahai. Ziel ist die Ausrottung der „Ketzerei“. Dass im Jahre 1991 von dem Ajatollah Golpayegani ein Erlass herausgegeben wurde, der die Ziele der Hodschatijeh ausdrücklich billigt und vom Revolutionsführer und obersten geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei unterzeichnet wurde, macht deutlich, dass die Verfolgung systematisch und gewollt ist, keinesfalls Ausdruck eines „spontanen Volkszorns“.