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Während die Welt den 200. Jahrestag der Geburt des Báb feiert, werden die Bahá’í im Iran zusätzlichem Druck ausgesetzt

Berlin, 4. November 2019 – Die iranischen Behörden übten in den vergangenen Wochen verstärkten Verfolgungsdruck auf die Bahá’í im ganzen Land aus, da Menschen unterschiedlichen Hintergrunds an zahllosen Orten weltweit den 200. Jahrestag der Geburt des Báb, des Vorläufers und Wegbereiters des Bahá’í-Glaubens feierten.

Vor wenigen Tagen haben die Behörden in Shiraz, dem Geburtsort des Báb, eine Feier gestürmt und mindestens zwei Bahá’í verhaftet.  Einige Tage zuvor wurden mehrere Häuser in derselben Stadt gleichzeitig durchsucht und drei Bahá’í verhaftet.  Die iranischen Behörden bestätigten öffentlich die religiösen Beweggründe für den Angriff auf die Bahá’í-Gemeinde im Zusammenhang mit den bevorstehenden Zweihundertjahrfeiern. Vor kurzem wurden 5 Geschäfte der Bahá’í in Chabahar von den Behörden versiegelt, weil die Besitzer die arbeitsfreien Feiertage der Bahá’í eingehalten haben.

In den Tagen vor der Feier zum 200. Jahrestag wurde außerdem ein Bahá’í-Friedhof in Yazd zerstört, auf dem sich auch das Grab von Farhang Amiri befand, der im September 2016 bei einem religiös motivierten Angriff vor seinem Haus erstochen wurde. Das Ereignis in Yazd stellt das jüngste einer Reihe von Angriffen auf Friedhöfe und Zerstörungen von Gräbern in diesem Jahr dar.

In der gesamten Provinz Teheran wurden Bahá’í willkürlich verhaftet, nachdem ihre Häuser gründlich durchsucht und ihre Besitzgegenstände beschlagnahmt wurden. Darüber hinaus wurden in Semnan drei junge Bahá’í nach mehrmonatiger Haft, in einigen Fällen unter erschütternden Bedingungen, aufgrund von willkürlichen Behauptungen zu 5 bis 10 Jahren Haft verurteilt.