Medienberichterstattung

Berichterstattung über „Großangriff auf die Bahá’í im Iran“ durch Hausdurchsuchungen

Am Sonntag, den 22. November, durchsuchten Sicherheitsbeamte die Häuser von Dutzenden von Baha'is und beschlagnahmten ihre persönlichen Gegenstände.

Quelle: https://iranwire.com/en/special-features/8090

Am Morgen des Sonntags, dem 22. November, plünderten Sicherheitsbeamte bei gleichzeitigen Einsätzen in verschiedenen Städten des Iran die Häuser von Dutzenden von Bahais. Ihre persönlichen Gegenstände, Mobiltelefone, Computer, Laptops und religiöse Bücher und Bilder wurden beschlagnahmt, und in einer Reihe von Fällen nahmen die Agenten Berichten zufolge auch das gefundene Bargeld sowie nationale Ausweise mit.

Der Grund für diese Welle von Razzien ist noch nicht bekannt. Laut Berichten von zwei Bahais, deren Wohnungen durchsucht wurden, habe im Durchsuchungsbefehl lediglich gestanden, dass es sich um „die Durchsuchung der Wohnung und des Arbeitsplatzes und die Beschlagnahme von Ausrüstung“ handele. Bis jetzt gibt es keine Berichte über irgendwelche Verhaftungen.

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels waren Razzien in den Häusern von Baha’is in Teheran, Karaj, Isfahan und seinen Vorstädten, Mashhad und Kerman bestätigt worden.

Einige dieser Baha’is wurden in der Vergangenheit inhaftiert, darunter Afif Naeimi, ein Mitglied des ehemaligen Führungsgremiums der Baha’is im Iran, der im Dezember 2018 nach Verbüßung einer 10-jä  hrigen Haftstrafe freigelassen wurde, sowie Riaz Sobhani und Shahrokh Taef, die jeweils vier Jahre im Rajaei-Shahr-Gefängnis verbrachten.

Angesichts der Coronavirus-Krise im Iran und der neuen, strengen Sperren im ganzen Land ist es nicht klar, warum Sicherheitskräfte in Zivil zu diesem Zeitpunkt in die Häuser dieser Menschen eindrangen.

„Zu einer Zeit, in der Menschen zusammenhalten sollen“, sagte ein Bahai gegenüber IranWire, „und auf soziale Distanzierung achten und unnötigen Verkehr vermeiden, kamen unbekannte Personen – die Träger der Krankheit sein könnten – zu den Bahais nach Hause und berührten alles unter dem Vorwand einer Inspektion. Verstößt ein solches Verhalten nicht gegen die Richtlinien der öffentlichen Gesundheit?“

Am Mittwoch, den 18. November, nur wenige Tage vor den Razzien, verabschiedete ein Unterausschuss der Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, in der Menschenrechtsverletzungen im Iran verurteilt und der Iran aufgefordert wurde, die Menschenrechte aller seiner Bürger:innen, einschließlich der Mitglieder der Baha’i-Glaubensgemeinschaft, zu achten.

Die Resolution fordert den Iran auf, „in Gesetz und Praxis … alle Formen der Diskriminierung aufgrund von Gedanken, Gewissen, Religion oder Glauben, einschließlich ökonomischer Beschränkungen … zu beseitigen. [Und] die Verweigerung und Einschränkung des Zugangs zu Bildung, auch für Angehörige des Bahai-Glaubens“. Sie drängt auch auf ein Ende „anderer Menschenrechtsverletzungen gegen Personen, die [im iranischen Grundgesetz] anerkannten und nicht anerkannten religiösen Minderheiten angehören“.

Nach der Verabschiedung der Resolution twitterte Diane Ala’i, Vertreterin der Internationalen Bahai-Gemeinschaft bei den Vereinten Nationen in Genf: „Während der Verabschiedung der Resolution über die Menschenrechtslage im Iran [bei der UNO] gab der Vertreter des Iran an, dass die Iraner:innen gleiche Rechte genießen. Wahrscheinlich ist er über die Situation der Bahais in seinem Land nicht informiert“.

Diane Alai, Vertreterin der Internationalen Bahai-Gemeinschaft bei den Vereinten Nationen in Genf, twitterte nach der Verabschiedung einer Resolution, die Menschenrechtsverletzungen im Iran verurteilt.


Über die erwähnte Resolution berichteten wir hier.