Kampagnen & News

7 Tage. 7 Jahre. 7 Leben.

20150508_7YearsKampagne

Mit der Teilnahme an der weltweiten Kampagne „7 Tage. 7 Jahre. 7 Leben.“ möchte die deutsche Baha‘i-Gemeinde ein Zeichen setzen, in dem sie vom 14. bis 20. Mai 2015 an die im Iran zu Unrecht inhaftierten sieben führenden Baha‘i erinnert und ihre sofortige Freilassung fordert. Außer den 7 Mitgliedern des ehemaligen informellen Führungsgremiums der iranischen Baha‘i befinden sich über 90 weitere Mitglieder der Religionsgemeinschaft lediglich aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit in Haft.  

Die Inhaftierung der sieben iranischen Baha‘i-Führungsmitglieder, die auch als „Yaran“ (dt. Freunde) bekannt sind,  jährt sich am 14. Mai 2015 zum siebten Mal.

Unter dem Motto 7 Tage.7 Jahre.7 Leben. steht an jedem Tag der Kampagne ein Mitglied der Sieben im Fokus:

  1. Mai: Frau Mahvash Sabet
  2. Mai: Frau Fariba Kamalabadi
  3. Mai: Herr Jamaloddin Khanjani
  4. Mai: Herr Afif Naeimi
  5. Mai: Herr Saeid Rezaie
  6. Mai: Herr Behrouz Tavakkoli
  7. Mai: Herr Vahid Tizfahm

“Es ist unsere Hoffnung, dass Menschen inganz Deutschland beherzte Aktionen  ins Leben rufen, um auf die Situation jedes der sieben Baha‘i an dem ihr oder ihm zugedachten Tag aufmerksam zu machen. Wir wünschen uns, dass dies eine Graswurzelkampagne wird, bei der Menschen ihre Ideen ganz gleich welcher Art – seien es Andachten, das Hochladen von Videos oder Fotos, Gedichte, Kunstprojekte, sozialen Aktionen oder ähnliches im Namen der Sieben– nutzen, um auf ihre langjährige Haft aufmerksam zu machen“, sagt Ingo Hofmann, Sprecher der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland.

Aufruf zum Mitmachen über Facebook und Twitter

Im Rahmen der Kampagne 7 Tage.7 Jahre.7 Leben. ist  jeder aufgerufen, sich unter dem eigens für die 7 Tage bestimmten Hash-Tag #7Bahais7years für die Freilassung der sogenannten Yaran einzusetzen.

Ab dem 14. Mai wird über Facebook, Twitter und dem Blog der deutschen Bahá’í-Gemeinde täglich ein neuer Videoclip zu sehen sein, in dem das Leben eines der Inhaftierten kurz porträtiert wird, verbunden mit der Aufforderung, an jedem der 7 Tage eine besondere Aktivität für sie oder ihn vorzunehmen und diese auf der Facebook-Seite der deutschen Baha’i-Gemeinde mit Verwendung des Hashtag #7Bahais7years zu posten.

Jede online gestellte Aktivität wird automatisch Teil eines Riesenmosaiks, das anschließend der Bundeskanzlerin und dem Bundesaußenminister übergeben wird.

Andacht zu Ehren der zu Unrecht inhaftierten Baha’i im Iran am 16. Mai 2015

Aus Anlass des siebten Jahrestages der Inhaftierung  dieser sieben Persönlichkeiten soll ihnen mit einer Andacht im Europäischen Baha’i-Haus der Andacht unsere geistige Verbundenheit zum Ausdruck gebracht werden, eine Verbundenheit, die darüber hinaus auch anderen zu Unrecht Inhaftierte aus Überzeugungsgründen verschiedener religiöser und ethnischer Hintergründe gilt.

Dazu lädt die deutsche Baha’i-Gemeinde unter Mitwirkung ihrer in Deutschland lebenden Familienangehörigen am 16. Mai 2015 um 19 Uhr herzlich nach Hofheim-Langenhain ein.

Weiterführende Informationen:

Internationale Kampagnenseite #7Bahais7years

Weiteres Informationsmaterial zur Kampagne

Der Fall der Yaran

Profile der Yaran

Bildmaterial

Hintergrund:

Die mit mehreren Millionen Anhängern weltweit verbreitete Religion der Baha‘i ist eine monotheistische Offenbarungsreligion in der Reihe der Hochreligionen. In ihrem Ursprungsland, der heutigen Islamischen Republik Iran, bilden die Baha‘i die größte nicht-islamische religiöse Minderheit. Die Verfolgungsgeschichte der Baha‘i in Iran beginnt bereits mit den Anfängen ihrer Religion in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit der Islamischen Revolution 1979 werden Baha’i systematisch verfolgt. Der iranische Staat formulierte 1991 gar eine eigene Staatsdoktrin mit dem Ziel, die Baha‘i als lebensfähige Gemeinschaft in Iran auszuschalten.

Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm waren Mitglieder einer informellen Koordinierungsgruppe, die unter dem Namen „Yárán“ (dt. Freunde) bekannt wurde und die sich um die notwendigsten Belange der iranischen Bahá’í-Gemeinde kümmerte. Den Bahá’í ist es seit 1983 verboten, sich in demokratisch gewählten Gremien zu organisieren. Seitdem hatte ein informelles Gremium, dessen Mitglieder die Verurteilten waren, einen Teil der Aufgaben übernommen, ehe auch dieses im Zuge der Verhaftungen aufgelöst werden musste. Frau Sabet wurde am 5. März 2008 verhaftet, die anderen sechs am 14. Mai 2008.

2010 fand die Verhandlung der Sieben statt, bei der sie unrechtmäßig der “Spionage”, der “Verbreitung von Propaganda gegen das Regime” und weiterer falscher Vorwürfe angeklagt und verurteilt wurden. Sie wurden zu je 20 Jahren Haft verurteilt, der bisher längsten Haftstrafe für Inhaftierte aus Überzeugungsgründen im Iran.